Rohstoffe

Gold nimmt Fünfjahreshoch ins Visier

09.09.2003
, 19:01
Der Goldpreis ist weiter auf dem Weg nach oben
Gold ist auf den höchsten Preis seit Anfang Februar gestiegen. Silber ist so teuer wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Spekulanten treiben, wie es heißt, Gold nach oben. Dazu läuft es in einem Aufwärtstrend.
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Während die Aktienbörsen an Mittwoch schwächeln und die Rentenmärkte ebenso fallende Kurse sehen, glänzen Gold und Silber umso heller. Silber ist so teuer wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr - Gold hat den höchsten Preis seit Februar erreicht.

Nach Angaben von Marktteilnehmern zeichnen für den Anstieg vor allem Investoren verantwortlich, die angesichts eines vor allem gegenüber dem Euro nachgebenden Dollarkurses nach einer sicheren Anlage suchten. So ist der Goldpreis im Tagesverlauf bis auf 383,65 Dollar je Unze geklettert; bis zum europäischen Geschäftsschluß gab er zwar auf 381,70 Dollar nach. Das sind jedoch immer noch 7,30 Dollar mehr als am Vorabend in New York. Dem entspricht der Höhenflug von Goldfonds. So ist der World Gold Fund von Merrill Lynch (ISIN: LU0055631609) am Dienstag auf sein Allzeithoch von 19,91 gelaufen; seit Jahresbeginn hat er sich um 40,5 Prozent verbessert.

Ganz knapp vor dem Fünfjahreshoch

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Von den Spekulationseffekten und dem rückwärts laufenden Dollar abgesehen, spricht die Charttechnik für einen weiter steigenden Goldpreis. Nachdem er den mittelfristigen Abwärtstrend am 27. August überwunden hat, ist Gold um knapp drei Prozent teuer geworden; ein ordentlicher Satz angesichts der Tatsache, daß der Preis in diesem Jahr um knapp zehn Prozent gestiegen ist. Nun ist er lediglich noch zwei Prozent vom Fünfjahreshoch entfernt, das er im Februar dieses Jahres, also vor dem Irakkrieg, markiert hatte.

Marktteilnehmer sehen mehrere unterstützende Faktoren, die für Gold sprechen. Tagesaktuell seien es die leichteren Aktienbörsen. Von deren akuter Schwäche abgesehen, die zur Wochenmitte schon wieder wie Schnee von gestern wirken kann, lassen geopolitische Unsicherheiten um die Entwicklung des Nahost-Konflikts und die Lage im Irak das Edelmetall wieder attraktiver erscheinen. Der wieder auf dem Rückweg befindliche Dollar kommt dem Gold zupaß, da es in Dollar bezahlt wird und somit für jene Investoren, die mit Euro, Rand oder Yen bezahlen, billiger wird.

„Manche Leute blicken nach der Rallye in diesem Jahr ein bißchen zweifelnd auf Aktien“, wird Michael Spano, ein unabhängiger Händler, der ein Portfolio mit 19 Millionen Dollar in Gold-Futures managt, von Blommberg zitiert. „Sie nehmen Gold als das, was es ist: ein sicheres Investment“, meint er.

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„Neuer Kreis von Fonds und Investoren kauft Gold“

Je nach der Entwicklung des Dollar schließen Marktteilnehmer einen weiteren Anstieg des Goldpreises nicht aus. Zumal Rohstoffe in Erwartung eines breiten Aufschwungs ohnehin zunehmend nachgefragt werden. Kelvin Williams, Marketing-Direktor des zweitgrößten Goldproduzenten AngloGold in Südafrika, sieht einen „neuen Kreis von Käufern, Fonds und Investoren in New York, die zuvor nicht gesehen wurden“, am Werk.

Zudem verweisen Fondsmanager wie Jens Ehrhardt auf die bisher noch recht schwache Nachfrage nach dem Edelmetall: „Die Kapitalisierung aller Goldfonds weltweit beträgt rund drei Milliarden Dollar, die Weltaktienkapitalisierung liegt bei schätzungsweise 25.000 Milliarden Dollar. Folglich ist in Goldaktien praktisch nichts investiert“, sagte er zu FAZ.NET. Und die physische Nachfrage nach Gold dürfte steigen, wenn die Wirtschaft wieder besser läuft und auch für Schmuck mehr Geld ausgegeben wird; nicht zuletzt in China wird ein beachtlicher Markt gesehen.

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Langfristiger Abwärtstrend weit entfernt

Insofern ist Kursphantasie gegeben. Und die Charttechnik spricht ohnehin für das Edelmetall. Der langfristige Aufwärtstrend wäre erst bei etwa 339 Dollar unterschritten. Und angesichts des Schwung ist es eher wahrscheinlich, daß Gold ein neues Hoch markiert als sich abwärts zu orientieren. Dies spricht dafür, in Gold engagiert zu bleiben.

Quelle: @thwi
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