Rohstoffe

Gold springt über die Marke von 440 Dollar

17.11.2004
, 09:53
In Asien hat Gold zuerst die Marke von 440 Dollar genommen.
Der Goldpreis eilt in diesen Tagen von Rekord zu Rekord. Zur Wochenmitte hat er in Asien die Marke von 440 Dollar übersprungen, von der er sich nun weiter entfernt. Als Hauptantrieb gilt die fortschreitende Dollarschwäche.
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Als goldener Monat gilt gemeinhin der Oktober, der sich in Gelbtöne verfärbenden Natur wegen. Doch an der Börse schickt sich der November an, gülden zu glänzen. „Goldpreis auf Rekordhoch“ hieß es zu Beginn des Monats, „Goldpreis erklimmt neue Höhen“ zu Wochenbeginn. Am Mittwoch kommt eine dazu passende Schlagzeile hinzu: Gold kostet mehr als 440 Dollar je Unze.

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Der Goldpreis legte am Mittwoch morgen mitteleuropäischer Zeit im asiatischen Handel zu und überstieg die Marke von 440 Dollar je Feinunze. Im europäischen Handel legt Gold weiter zu. Die Unze verteuert sich bis zum Mittag um 1,2 Prozent auf 444,43 Dollar, während der Euro zum Dollar zulegt und mit 1,3037 Dollar ein neues Allzeit markiert hat. Damit ist der wesentliche Grund für die Rally bei dem Edelmetall genannt.

Solange der Dollar fällt...

Händler beobachten physische Käufe wie auch kurzfristige Käufe nach mißglückten Spekulationen auf fallende Kurse vor dem Hintergrund des schwachen Dollar. Der Markt rechnete damit, daß sich der Preis zunächst in seiner Spanne zwischen 439 und 441 Dollar bewegen wird. Die Voraussage, im europäischen Handel könne der Preis aber über 441 Dollar je Feinunze steigen, ist rasch eingetroffen.

Der Chart zeigt den Kursverlauf des Goldpreises.
Der Chart zeigt den Kursverlauf des Goldpreises. Bild:

„Die Stärke beim Euro geht mit der Rally beim Goldpreis einher“, so John Reade, Edelmetall-Analyst bei UBS Investment in London, laut Bloomberg News. Reade sieht Gold anhaltend teurer werden, solange der Dollar auf Talfahrt bleibt. Diese Einschätzung verwundert nicht, schließlich steigt der Goldpreis in neun von zehn Fällen, wenn der Dollar billiger wird. Denn in solchen Momenten wird das Edelmetall für in Euro, Pfund oder Yen rechnenden Anlegern günstiger. Zudem können sich Anleger dann mit Goldkäufen gegen den Wertverfall amerikanischer Vermögenswerte absichern.

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Kurzfristiger Aufwärtstrend erst bei 422 Dollar in Frage gestellt

Außer der Dollarschwäche spricht auch die technische Verfassung für Gold: Der langfristige Aufwärtstrend verläuft bei 380 Dollar bei logischerweise steigender Tendenz. Die seit Anfang September laufende Rally wäre erst bei einem Fall unter die Marke von 422 Dollar gefährdet. Mit einem solchen Ereignis ist aber auf Sicht kaum zu rechnen. Denn nach dem Wahlsieg von Bush rechnen Marktteilnehmer mit einer anhaltenden Verschuldungspolitik und einem enormen Leistungsbilanzdefizit, die als wesentliche Gründe der schlechten Stimmung um den Dollar gelten.

Quelle: @thwi
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