Rohstoffe

Kupfer - Knappheit treibt den Preis

10.06.2005
, 12:33
Im Gegensatz zu den Rentenmärkten dürfte die Preisentwicklung bei Kupfer nicht sonderlich rätselhaft sein. Denn es gibt bei anhaltender Nachfrage kaum noch Lagerbestände. Der Trend zeigt nach oben.

Die Preisentwicklung bei Rohstoffen sorgte in den vergangenen Monaten für vielfältige Schlagzeilen, manchmal auch für widersprüchliche. Wenn man jedoch einen relativ eindeutigen, obgleich auch volatilen Trend haben möchte, dann lohnt sich ein Blick auf die Entwicklung des Kupferpreises.

Er hat ausgehend von einem Zwischentief im November des Jahres 2001 inzwischen 153 Prozent auf zuletzt 3.365 Dollar je Tonne an der London Metal Exchange (LME) zugenommen. Der Trend zeigt weiterhin nach oben.

Geringe Lagerbestände bei Kupfer ...

Das mag angesichts des sich tendenziell eher abschwächenden Weltwirtschaftswachstums zunächst etwas verwunderlich sein. Denn unter normalen Umständen wäre eine nachlassende Nachfrage die Folge. Gleichzeitig hat auch der Dollar an Boden gut gemacht. Beides wären an sich negative Faktoren für die Entwicklung des Kupferpreises.

Bild: Bloomberg

Eine Analyse von BCA-Research zeigt jedoch deutlich, daß die Preisentwicklung in den vergangenen Jahren stark mit den Lagerbeständen korrelierte. Gerade in den vergangenen Monaten ist die Lagerhaltung deutlich zurückgegangen. Die verbliebenen Kupferbestände sind vergleichsweise gering. Gleichzeitig nimmt auch die Produktion in Chile, dem Hauptproduzenten weltweit, ab. Aus diesem Grund, folgert BCA-Research, sei es sehr wahrscheinlich, daß die Kupferbestände vorerst nicht zunehmen werden. Ihr Fazit: Die angespannte Lage bei der Kupferversorgung sei weiterhin vorteilhaft für die Entwicklung des Kupferpreises.

Diese Aussage dürfte so allerdings nur für Anleger und Spekulanten gelten, die von steigenden Preisen profitieren können. Bei Unternehmen und Verbrauchern dagegen dürfte die Freude weniger groß sein. Denn sie müssen für kupferhaltige Produkte sehr wahrscheinlich mehr bezahlen.

... bei langfristig zunehmender Nachfrage

In den vergangenen dreißig Jahren hat sich die weltweite Nachfrage nach Kupfer mehr als verdoppelt. Waren es 1970 noch sieben Millionen Tonnen, werden heute jährlich rund 15 Millionen Tonnen Kupfer produziert und verarbeitet. Dabei spielt nicht nur das Wachstum in Asien eine zunehmende Rolle, sondern auch die Tatsache, daß Kupfer wegen seiner guten elektrischen Leitfähigkeit prädestiniert ist für den Einsatz in Elektrik, Elektronik, der Telekommunikation, dem Maschinenbau und auch in der Bauindustrie.

Die zunehmende Vernetzung der Bürowelt, die steigenden Ansprüche an die Telekommunikation zu Hause, aber auch die hohen Sicherheits- und Komfortstandards im Automobilbau sorgen für einen zunehmenden Kupferbedarf. In jedem neu produzierten Automobil finden sich durchschnittlich rund 25 Kilogramm Kupfer. In Modellen der Luxusklasse kann es mehr als das Doppelte sein.

Auch in Architektur und Bau hat Kupfer seinen festen Platz. In unseren Häusern lassen sich neben elektrischen Leitungen aus Kupfer auch Kupferrohre im Wasser- und Heizungssystem finden. Wegen seiner guten Korrosionsbeständigkeit und nicht zuletzt wegen seiner Ästhetik wird Kupfer vielfach für Bedachungen und Verkleidungen eingesetzt.

Insgesamt spricht vieles dafür, daß die Lage am Kupfermarkt vorerst angespannt bleibt. Der Trend des Preises zeigt nach wie vor nach oben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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