Rohstoffe

Langfristig spricht vieles für steigende Rohstoffpreise

31.01.2003
, 18:03
Während die Börsen fallen, steigen die Rohstoffpreise. Kurzfristig mögen sie spekulativ getrieben sein. Langfristig zeigt der Trend jedoch nach oben.
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Wer Ende der 90er-Jahre auf die verführerische Werbung reagiert hat, und sich auf dem Höhepunkt der Hausse mit dem Kauf von Anteilen einer bestimmten Fondsgesellschaft auch noch schnell "Mein Auto, mein Haus, mein Boot" sichern wollte, der dürfte sich heute in den Hintern beißen. Er hat zumindest mit Aktienfonds viel Geld verloren. Gut fuhr nur, wer sein Geld im Zinsbereich geparkt oder auf alternative Anlageformen gesetzt hat.

Wer sich beispielsweise im Zulauf Europe-Fund engagiert hat, erzielte im Jahr 2002 eine Rendite von knapp 21 Prozent. Der Deka-EuroStocks verlor in derselben Periode etwa 40 Prozent. Damit stellt sich die Frage, was Hedge Fonds anders machen. Sie haben den Vorteil, bei der Wahl ihres Anlagestils oder der Wertpapierart nicht auf einschränkende Vorgaben achten zu müssen. Sie investieren immer dann dort, wo gerade neue Trends entstehen und halten.

Einzelne Aktie und Rohstoffe verzeichnen deutliche Kursgewinne

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Das können einzelne Aktien sein - wie beispielsweise Puma in den Jahren 2001 und 2002 - oder ganze Anlageklassen. Zu diesen gehören in der jüngeren Vergangenheit zweifellos viele Rohstoffe. Allen voran das Gold. Das hat seit seinem Tief mit 252 Dollar je Unze im August 1999 knapp 50 Prozent an Wert gewonnen. Der Gas-Future an der Nymex hat auf Sicht eines Jahres 130 Prozent zugelegt, das Öl knapp 100 Prozent, Kakao 80 Prozent, Zucker 75 Prozent und Platin 54 Prozent.

Diese Entwicklung mag auf den ersten Blick angesichts der schwachen Weltkonjunktur unlogisch erscheinen. Denn läuft die Wirtschaft nicht, so sind diese Produkte normalerweise auch nicht gefragt. Und die Nachfrage dürfte zumindest kurzfristig auch nicht von der Industrie kommen, sondern von spekulativer Seite. Darauf deuten zumindest die deutlich gestiegenen Zahlen offener Kontrakte an den Terminbörsen hin. Beim Öl lässt sich ein großer Teil der Preisbewegung mit der Sorge über die Eskalation eines Irakkriegs und den Wirren in Venezuela begründen. Beide könnten tatsächlich zu einer Verknappung des Angebots führen.

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Kursbewegungen kurzfristig stark spekulationsgetrieben ...

Bei den anderen Produkten läuft die Erklärung über eine andere Schiene. Hedge Fonds-Manager Hugh Hendry von Odey Asset Management macht dafür in erster Linie die Notenbanken verantwortlich. Vor allem die amerikanische Zentralbank lasse die Notenpresse auf Hochtouren laufen, um die dahindümpelnde Wirtschaft mit Unmengen billigem Geld wieder in Schwung zu bringen. Das fließe dann zuerst dahin, wo sich die Preise am einfachsten beeinflussen lassen, argumentiert er. Das seien eben die Rohstoffe.

Damit fühlen sich die beobachteten Preisbewegungen fragil an. Nämlich genau so, als ob sie sich jederzeit wieder ins Gegenteil verkehren könnten. Eine genauere Betrachtung der Charts macht die teilweise schnellen Trendwechsel auch überaus deutlich. Gegenbewegungen dürften damit hoch wahrscheinlich sein. Sowohl beim Gold als auch beim Öl. Dort vor allem dann, wenn das Irakabenteuer relativ glimpflich verlaufen sollte.

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... aber langfristig spricht Vieles für steigende Preise

Längerfristig sieht das Bild jedoch ganz anders aus. Fondsmanager Marc Faber argumentiert, die Rohstoffe hätten nun einen 30 Jahre dauernden Bärenmarkt hinter sich und würden nun in einen langfristigen Aufwärtstrend übergehen. Er begründet das einerseits ebenfalls mit der hohen Geldmenge. Gleichzeitig geht er aber davon aus, dass auch die physische Nachfrage auf Sicht von mehreren Jahren deutlich zunehmen wird.

Die entsprechenden Impulse kommen aus seiner Sicht vor allem aus dem Fernen Osten, speziell aus China. Dort stehen die Volkswirtschaften nicht nur momentan unter Dampf, sondern die Hitze dürfte auf absehbare Zeit anhalten. Blüht die Wirtschaft und bewegt sich immer mehr in Richtung Hochtechnologie hin, so nimmt automatisch auch die Nachfrage nach entsprechenden Rohstoffen zu. Mit zunehmendem Wohlstand ist auch mehr Luxus gefragt - was sich bei Edelmetallen bemerkbar macht.

Auch andere Annehmlichkeiten geraten ins Blickfeld. So ist beispielsweise der Kaffeekonsum in Japan und Korea im Rahmen der Industrialisierung deutlich angestiegen. Rechnet man diese Entwicklung auf die gigantische Bevölkerung Chinas hoch, so muss es auf längere Sicht zu deutlich steigenden Preisen bei Kaffee und Ähnlichem kommen. Davon profitieren entsprechende Unternehmen und die Währungen der Staaten, in denen sie ansässig sind.

Fazit: Kurzfristig können viele Kursbewegungen spekulativ getrieben und entsprechend korrekturanfällig sein. Langfristig spricht jedoch vieles für steigende Rohstoffpreise.

Quelle: @cri
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