Strategie

Alternative Anlagen - es geht auch „konventionell“

23.07.2004
, 12:57
Wer „Alternative Investments“ hört, denkt rasch an Hedge Fonds oder ähnliches. Das muß aber nicht sein. Biomasse wächst geometrisch und unabhängig von den Finanzmärkten. Mit Nutzholz läßt sich Geld verdienen.
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Werden Anleger mit den Begriffen „Alternative Investments“ konfrontiert, so dürfte die Tendenz groß sein, an komplexe Zertifikate, Hedge Fonds oder ähnliches zu denken. Alternativ heißt im Zusammenhang mit Vermögensanlagen in der Regel nur, daß sich die auf diese Weise bezeichnete Anlageform anders verhält als etwa Aktien oder Anleihen.

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Mit „Verhalten“ in diesem Sinne sind in der Regel die Korrelation und das Risiko-Ertragsverhältnis gemeint. Sie fallen bei den alternativen Anlagen in der Regel aus dem üblichen Rahmen. Aber nicht alles, was „alternativ“ heißt und ist, muß auch kompliziert sein. Das zeigt sich beispielsweise an der Erzeugung und der Vermarktung von Nutzholz.

Biomasse wächst geometrisch und unabhängig von den Finanzmärkten

Das mag uninteressant klingen, wenn man dabei nur an deutsche oder europäische Wälder denkt. Hier sind die Produktions- und Verarbeitungskosten im Vergleich mit den erzielbaren Preisen für die Endprodukte vergleichsweise hoch. Anleger und Fonds können sich aber auch international orientieren und finden in anderen Ländern und Klimaregionen ganz andere Wachstums- und auch Kostenverhältnisse.

Bild: Bloomberg

Das geniale an Investitionen in diesem Bereich ist zunächst einmal die Tatsache, daß das natürliche biologische Massewachstum geometrischen, das heißt exponentiellen Regeln folgt und damit völlig unabhängig ist von der Entwicklung an den Aktien- und den Rentenmärkten. Wie sich die Preise für die Endprodukte entwickeln, dürfte zwar auf einem anderen Blatt stehen. Wer allerdings auf die richtigen Standorte und die effiziente Verarbeitung setzt, dürfte gute Aussichten auf eine attraktive Rendite haben. Der GMO Renewable Resources hat beispielsweise eine jährliche Rendite von 9,7 Prozent erzielt in einer Phase, in der die Holzpreise deutlich fielen. In den vergangenen Monaten sind sie unter anderem auf Grund des Baubooms in Amerika gestiegen.

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Langfristige Rendite von knapp zehn Prozent

Auch das indirekt investierende Fidelity Select Paper & Forest Products Portfolio hat sich zumindest auf Jahressicht gegen den S&P 500 sehr gut geschlagen, auf Sicht von zehn Jahren hat es eine jährliche Rendite von 9,93 Prozent erzielt. Zu den „Kerninvestments“ zählen aktuell Aktien wie Smurfit-Stone Container, Bowater, Packaging Corp of America, International Paper, Georgia Pac, Sealed Air, Weyershäuser, Temple-Inland, Meadwestvaco und Louisiana Pacific. Sie machen insgesamt 62 Prozent des Portfolios aus.

Dabei muß sich eine Anlage nicht unbedingt auf den konventionellen Anbau beschränken. Sondern Unternehmen wie das schweizerische Precious Woods erzielen Erfolge nach dem Motto: Die beste Art, tropische Wälder zu schützen, ist, diese nachhaltig zu nutzen. Die Aktie des Unternehmens konnte seit Beginn des Jahres einen Kursgewinn von mehr als 30 Prozent erzielen und hat sich seit dem Börsengang besser entwickelt als der Vergleichsindex SPI. Die Aktie ist im Moment sicherlich nicht sonderlich günstig, allerdings entwickelt sich das Unternehmen in die richtige Richtung und erzielt Gewinne.

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Selbst nachhaltige Wirtschaft rentabel

Precious Woods praktiziert nachhaltige Forstwirtschaft in eigenen Wäldern. Hier wird zwar Holz geerntet, aber nur soviel und so schonend, daß der Wald möglichst intakt bleibt. Nach der Ernte wird der Wald überwacht, damit keine Siedler oder illegale Holzfäller eindringen können. Im Wald und in der nachgelagerten Holzverarbeitung hat Precious Woods Brazil über 1.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die geernteten Hölzer werden unter anderem zu Schnittholz, im Wasserbau, zu Gartenmöbeln und auch zu Sperrholz verarbeitet.

Während institutionelle Anleger auf Grund größerer Anlagebeträge in diesem Bereich relativ einfach direkt in Wälder investieren können, ist es für Privatanleger schwieriger. Er kann nur auf die wenigen angebotenen Fonds setzen oder sich entsprechend spezialisierte Unternehmen ins Depot legen. Die Aktie von Precious Woods ist allerdings nicht sonderlich günstig und nur an der Schweizer Börse handelbar. Zu kleinen Anteilen ist sie in verschiedenen Ökofonds enthalten.

Quelle: @cri
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