Studie

Wachstum der BRIC-Staaten wird ihre Börsen beflügeln

18.10.2004
, 12:26
Bei den Schwellenländern sind nach Goldman Sachs die BRIC-Staaten die „Bringer“: Brasilien, Rußland, Indien und China. Sie heizen das globale Wachstum, die Energie- und bald auch die Konsumnachfrage an. Vielleicht auch die Börsen.

Das Wirtschaftsleben steht nie still, sondern ist ein dynamischer Prozeß. Das zeigt sich im Kleinen an den jüngsten Entwicklungen bei KarstadtQuelle, bei Opel oder auch Volkswagen. Einst prosperierende Unternehmen sind an den Rand des Ruins oder der Rentabilität geraten. Denn das Umfeld hat sich deutlich geändert, und die Unternehmen haben es versäumt, sich rechtzeitig anzupassen.

Was für die Unternehmen gilt, läßt sich auch bei ganzen Ländern und Ländergruppen beobachten. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu „tektonischen Verschiebungen“. Dazu zählt beispielsweise das wirtschaftliche Aufkommen der Vereinigten Staaten im späten neunzehnten Jahrhundert oder aber auch der Wiederaufbau Japans und Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg. In den kommenden Jahrzehnten könnten nach einer vor einem Jahr vorgestellten und nun fortgesetzten Studie von Goldman Sachs ähnliche Impulse von den so genannten BRIC-Staaten ausgehen: Brasilien, Rußland, Indien und China.

Schwellenländer können das globale Trendwachstum deutlich beflügeln

In den kommenden zehn Jahren dürfte die Entwicklung dieser Staaten, insbesondere die Industrialisierung Chinas und Indiens, die Trendwachstumsrate der Weltwirtschaft über vier Prozent und damit über den langjährigen Durchschnitt von 3,7 Prozent anheben. Danach muß auf Grund der demographischen Entwicklung mit einem geringeren Zuwächsen gerechnet werden. Sollten deutlichere Reformen in Europa, Japan oder den Schwellenländern selbst zu zunehmender Produktivität und der demographische Druck zu verlängerter Lebensarbeitszeit führen, könnte das Wachstum sogar noch stärker ausfallen und länger anhalten.

Bild: Goldman Sachs BRICs-Modellprojektionen

Der Anteil der genannten Schwellenländer am Wirtschaftswachstum kann in den kommenden 20 Jahren von 20 auf 40 Prozent steigen. Das „weltwirtschaftliche Gewicht“ läge dann bei mehr als 20 Prozent, aktuell liegt es noch unter zehn Prozent. Macht sich die Dynamik dieser Länder jetzt schon bei der Nachfrage nach Rohstoffen bemerkbar, so dürfte sie noch weiter zunehmen. Die Nachfragezuwächse könnten aber in den kommenden zehn Jahren ihren Höhepunkt erreichen.

Nach der Rohstoff- kommt die Konsumnachfrage

Nach den Rohstoffen kann der Konsum in diesen Staaten die nächste „heiße Geschichte“ sein. Denn die Anzahl der Personen mit einem mittleren Einkommen - nach lokalem Maßstab - dürfte sich in den kommenden zehn Jahren auf 800 Millionen vervierfachen. Das ist mehr als die Bevölkerung Amerikas, Japans und Westeuropas zusammen. Allerdings wird ihr „Reichtumsniveau“ dann noch deutlich unter dem Pro-Kopf-Einkommen der G6-Länder liegen. Neben zunehmender Konsumneigung werden auch die Kapitalmärkte der Länder interessanter werden. Vor allem dann, wenn sie sich stark an einem „marktbasierten“ Modell orientieren sollten.

Bei solchen Aussagen handelt es sich nach Angaben der Goldman-Sachs-Analysten nicht um Prognosen, sondern um Visionen, die an bestimmte Bedingungen geknüpft sind. Dazu gehört beispielsweise die marktorientierte und nachhaltige Wirtschaftsweise der Länder. Zweitens können sich im Laufe der Zeit Geschmäcker und Technologien deutlich ändern. Solche Effekte bleiben weitgehend unberücksichtigt. Drittens handelt es sich bei solchen „Visionen“ nicht um Detailanalysen, sondern sie sollen nur Trends , Chancen und Risiken aufzeigen.

Quelle: @cri
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