Umfrage

Fondsmanager rechnen mit langsamerem Zinsanstieg

19.10.2004
, 15:20
Fondsmanager werden nach der jüngsten Umfrage von Merrill Lynch entspannter, was die erwartete Zinsentwicklung angeht. Sie rechnen mit schwächerem Wachstum, setzen auf die Schwellenländer und meiden Amerika.
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Fondsmanager werden nach der jüngsten Oktober-Umfrage von Merrill Lynch langsam etwas entspannter, was die erwartete Zinsentwicklung angeht. Die Mehrheit der Befragten geht zwar davon aus, daß der nächste Zinsschritt der amerikanischen Notenbank nach oben führen wird. Aber eine größer werdende Minderheit rechnet mit einer Zinserhöhung erst in sechs, statt drei Monaten.

Sie leiten diese Erwartung aus einem abflauenden Wirtschaftswachstum weltweit und einer relativ verhaltenen Inflationsentwicklung ab. Nichts desto trotz gehen sie in der Mehrheit von einer, wenn auch schwächeren Fortsetzung des zyklischen Aufschwungs aus. Unter anderem auch aus diesem Grund haben sie die in den Schwellenländern angelegten Mittel deutlich erhöht.

Manager rechnen mit schwächerem Wirtschaftswachstum

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„Die Anleger machen sich geringere Sorgen über die Geldpolitik und die Preisentwicklung,“ sagte David Bowers, Chef-Anlagestratege bei Merrill Lynch. „Das könnte dazu führen, daß die bisherigen Zinserwartungen weltweit neu überdacht werden, unabhängig davon, wie die Präsidentschaftswahlen im kommenden Monat in Amerika ausgehen werden.“

Netto 25 Prozent der befragten Fondsmanager rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einem sich abschwächenden Wirtschaftswachstum. 23 Prozent rechnen damit, daß sich die Gewinnsituation verschlechtern wird. Damit sind die Fondsmanager so pessimistisch wie zuletzt im Frühjahr 2001. Das ist nicht alles. Denn ein Viertel der Befragten geht davon aus, daß geringere Kosten und nicht höhere Verkaufspreise für die Gewinnentwicklung entscheidend sein werden.

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Gefragt, was die Unternehmen mit der erzielten Liquidität anfangen sollten, so plädierten 50 Prozent für Ausschüttungen an die Aktionäre. Lediglich 26 Prozent der Befragten plädierten für höhere Investitionen. Mehr als die Hälfte der Befragten hätte die Ausschüttungen gerne in Form höherer Dividenden, weniger als ein Viertel war für Aktienrückkäufe.

Trotz der eher verhaltenen Wachstumserwartungen setzen die Fondsmanager auf zyklische Aktien. Die Energiebranche, Basismaterialien und die Industrieunternehmen scheinen in ihren Portfolios übergewichtet zu sein. Dagegen sind Pharmawerte, Versorger und Großhändler untergewichtet.

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Schwellenländer sind beliebt

Bei der regionalen Aufteilung der Geldanlagen machten die Schwellenländer die größten Fortschritte. Satte 49 Prozent der Befragten setzen auf Aktien in den Emerging Markets, im September waren es noch 26 Prozent gewesen. Ein großer Teil des so gezeigten Optimismus scheint von einer wieder positiveren Wahrnehmung der Wirtschaftsentwicklung in China auszugehen.

Gerade einmal noch sechs Prozent der Befragten gehen davon aus, daß sich die konjunkturelle Entwicklung in China aus Jahressicht abschwächen wird. Im Juli dachten noch 39 Prozent der Befragten an eine solche Entwicklung. Gleichzeitig scheinen sich auch Inflationsängste zu verlaufen. Nur 40 Prozent der Fondsmanager gehen von steigenden Preisen in China in den kommenden zwölf Monaten aus. Im Juli hatten noch 50 Prozent der Befragten damit gerechnet.

Amerikanische Aktie ziemlich unbeliebt

Die amerikanischen Aktien sind bei den Fondsmanagern unbeliebt. 33 Prozent glauben, die amerikanischen Unternehmen hätten weltweit die schlechtesten Voraussetzungen, die Gewinne steigern zu können. 55 Prozent der Befragten halten die amerikanischen Aktien für überbewertet. Gleichzeitig sorgt die Präsidentschaftswahl für Verunsicherung. Immerhin noch 56 Prozent der Fondsmanager rechnet mit einem Wahlsieg von George Bush, 25 Prozent setzen auf Kerry - der Rest ist unentschieden.

Quelle: @cri
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