Russischer Gaskonzern

Gazprom streicht Dividende

30.06.2022
, 14:03
Der russische Staatskonzern Gazprom strich am Donnerstag die Dividende für seine Aktionäre und schickte damit den Kurs seiner Aktien auf Talfahrt.
Mit der Streichung der Dividende geht der letzte Anreiz, in Gazprom zu investieren, verloren. Die Aktie fällt stark.
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Der staatlich kontrollierte russische Gaskonzern Gazprom hat seine Pläne zur Zahlung einer Rekorddividende einkassiert und wird stattdessen erstmals seit 1998 die Aktionäre nicht bedienen. „Die Anteilseigner haben entschieden, dass es in der aktuellen Situation nicht ratsam ist, Dividenden auf der Grundlage der Ergebnisse von 2021 zu zahlen“, sagte der stellvertretende Konzernchef Famil Sadygov am Donnerstag. Gazprom wolle sich vielmehr auf die Vorbereitung der Heizperiode und die Zahlung höherer Steuern konzentrieren.

Ursprünglich sollten die Aktionäre für das abgelaufene Jahr 52,53 Rubel je Aktie erhalten. Das wäre die höchste Ausschüttung in der Firmengeschichte gewesen. 2021 erzielte Gazprom dank kräftig gestiegener Preise für Öl und Gas einen Rekordgewinn von 2,09 Billionen Rubel (rund 27,5 Milliarden Euro). Gazprom fügte hinzu, weder die Pläne der G7-Staaten zur Begrenzung der Gaspreise, noch die geringeren Gaslieferungen nach Europa würden seine Einnahmen und Steuerzahlungen reduzieren.

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Die Dividendenstreichung sorgte an der Börse für einen Kurssturz der Gazprom-Aktie um mehr als ein Viertel. „Dies ist eine Katastrophe für die Aktien von Gazprom, da der einzige Investitionsanreiz des Unternehmens hohe Dividenden waren“, kommentierten Analysten von Tinkoff Investments. „Die Entscheidung hängt wahrscheinlich auch teilweise mit der Bereitschaft des Finanzministeriums zusammen, die Haushaltseinnahmen zu erhöhen.“

Die Entschluss von Gazprom kommt, nachdem die G-7-Staaten angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine in den vergangenen Tagen angekündigt hatten, mögliche Preisobergrenzen für russisches Öl und Gas zu prüfen. Damit sollten die Möglichkeiten der russischen Regierung zur Finanzierung ihrer Invasion in der Ukraine eingeschränkt werden. Russland drohte daraufhin mit einer Änderung der Gas-Lieferverträge.

Obwohl Russland angesichts explodierender Energiepreise mehr verdient als vor der Invasion in der Ukraine, erwartet das Land für dieses Jahr ein Haushaltsdefizit von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts, da es die soziale Unterstützung und die der Wirtschaft zum Ausgleich der Sanktionen erhöht. Nach Einschätzung von Natalia Orlova, Chefvolkswirtin bei der Alfa Bank, benötigt Russland selbst bei diesem geplanten Haushaltsdefizit in diesem Jahr einen Ölpreis von 100 Dollar pro Barrel, um seinen Haushalt auszugleichen.

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Quelle: Reuters
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