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Kampf gegen Niedrigzins

Kunden kehren zur Lebensversicherung zurück

Von Philipp Krohn
 - 12:45
Wolfgang Weiler, Präsident des Versicherungsverbands GDV

Die deutschen Lebensversicherer haben im vergangenen Jahr einen erheblichen Beitragszuwachs verbucht. Die Einnahmen der größten Sparte der deutschen Versicherungswirtschaft stiegen um 11,3 Prozent auf 102 Milliarden Euro. Das Wachstum ist aber sehr ungleich verteilt: Das Brot-und-Buttergeschäft in der Altersvorsorge gegen laufenden Beitrag verharrte etwa auf dem Niveau des Vorjahres, dagegen nahm das Geschäft gegen Einmalbeitrag, also beispielsweise eine kurzfristigere Geldanlage nach Ablauf einer Police, um 37 Prozent zu.

Nahm die Branche im Vorjahr auf diesem Weg 27,8 Milliarden Euro ein, waren es diesmal 38,2 Milliarden. Lange Zeit hatten die Lebensversicherer solche Beiträge nur zögerlich angenommen, weil sie schwer kalkulierbar und unstetig sind.

Garantien gesunken

Dennoch wertet die Assekuranz die Zahlen als wichtiges Zeichen. „Die Beitragsentwicklung ist für unsere Branche ein klarer Vertrauensbeweis“, sagte Wolfgang Weiler, Präsident des Branchenverbands GDV, als er in Berlin die Jahreszahlen vorstellte. Vor allem das Neugeschäft gegen besser planbare laufende Beiträge machte Branchenvertreter Mut.

In den vergangenen Jahren war es vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen und fallenden Renditen für Versicherungskunden schlechter gelaufen. Nun legten die laufenden Beiträge um 10,1 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro zu. „Die Produkte unterscheiden sich von den früheren, die Kunden haben sich daran gewöhnt“, sagte Andreas Wimmer, Allianz-Leben-Chef und Vorsitzender des Lebenausschusses im GDV.

Policen mit abgeschwächten Garantien hätten sich am Markt mit tendenziell besseren Ergebnissen bewährt als die klassischen Garantieprodukte. „Bürger suchen nach einer Anlage mit positiver Verzinsung und eine Form von Stabilität. Das können wir bieten“, sagte Wimmer.

In den vergangenen Jahren war die Branche durch die niedrigen Zinsen stark belastet. Altverträge mit hoher Verzinsung mussten nachreserviert werden. Das bindet seit Jahren Kapital, das nicht für die laufende Überschussbeteiligung bereitsteht. Auf Drängen der Branche wurde die Berechnungsmethode dieser Zinszusatzreserve geändert, was zu einer Entlastung führte.

Für das vergangene Jahr rechnet der GDV mit einer Zinszusatzreserve von 11 Milliarden Euro. Eine Prognose für das laufende Jahr sei noch nicht möglich, da der Zinsverlauf zu unsicher sei. „Wegen der enorm zurückgegangenen Zinsen belastet sie uns trotz der Reform weiterhin stark“, sagte Wimmer. Dennoch gelang es den deutschen Lebensversicherern durch eine stärkere Diversifizierung ihrer Kapitalanlage, das am Finanzmarkt angelegte Kapital um 3,8 Prozent zu verzinsen.

Quelle: F.A.Z.
Philipp Krohn  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Philipp Krohn
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
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