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Geldanlage in Aktien

Was geht noch bei der Varta-Aktie?

Aktualisiert am 12.12.2019
 - 08:57
Kabellose Kopfhörer werden immer beliebter.
Der Batteriehersteller befindet sich weiter im Höhenflug und gehört an der Börse 2019 zu den großen Gewinnern. Doch manch Analyst plädiert dafür, sich von den Aktien zu trennen.

Beim S-Dax Konzern Varta, der Ende des Jahres in den M-Dax aufsteigen wird, laufen vor allem die Geschäfte mit Lithium-Ionen-Batterien rund. Im Zuge dessen erhöhte Varta bereits mehrfach die Prognose. Auch die Aussicht auf milliardenschwere Förderungen lockt Anleger an. Was derzeit bei Varta los ist, wie Analysten die Aussichten bewerten und was die Aktie macht.

Unternehmenschef Herbert Schein hat Grund zur Freude. Schließlich hat die starke Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen Varta 2019 Schub verliehen. Sie werden unter anderem für Hightech-Produkte für den Endverbraucher benötigt, insbesondere für kabellose Kopfhörer. Da diese äußerst beliebt sind und die Nachfrage konstant hoch ist, gehen Experten davon aus, dass sich die jüngste Erfolgsgeschichte der Baden-Württemberger auch in Zukunft weiter fortsetzt.

Denn der Markt wächst rasant, laut Unternehmensangaben jährlich um über 30 Prozent. „Wir stehen am Anfang eines großen Booms bei den Lithium-Ionen-Batterien für kabellose Kopfhörer, von dem wir am stärksten profitieren“, sagte Schein im September. Er sieht das Ende der Fahnenstange also noch lange nicht erreicht. Sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis und Überschuss konnte Varta in den ersten drei Quartalen kräftig zulegen.

Nicht zuletzt deshalb und um den steigenden Bedarf zu decken weitet Varta seine Kapazitäten und Investitionen erheblich aus. Bis zum Jahr 2022 sollen über 150 Millionen Zellen jährlich produziert werden. Bereits 2020 strebt Varta mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent eine weltweit führende Position mit Lithium-Ionen-Zellen an. Für den Ausbau in der Lithium-Ionen-Fertigung hatte sich das Unternehmen im Sommer über eine Kapitalerhöhung 100 Millionen Euro besorgt.

Einstieg in das Geschäft mit klassischen Gerätebatterien

Jüngst wurde zudem bekannt, dass Varta mit dem Kauf der namensgleichen Varta Consumer Batteries wieder in das Geschäft mit klassische Gerätebatterien einsteigen darf. Die EU-Kommission gab Varta für die Übernahme von der amerikanischen Energizer Holdings zwar grünes Licht, gab den Zukauf aber nur unter Auflagen frei. So soll verhindert werden, dass Endkunden nicht aus Märkten ausgeschlossen werden oder höhere Preise in Kauf nehmen müssen.

Varta gehört zu mehreren Unternehmen, die von einer Milliardenförderung für die europäische Batteriezellfertigung profitieren sollen. Die EU-Wettbewerbshüter hatten dafür erst jüngst grünes Licht gegeben. Bei Varta gehe es um die Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Technologie und dabei um die Entwicklung sogenannter Silizium-dominierter Anoden, erklärte das Unternehmen. Diese neue Technologie solle in die Massenproduktion überführt werden - sowohl für bestehende als auch für größere Zellenformate, die zum Beispiel für Elektro-Autos genutzt werden.

Obwohl Varta einen fast schon kometenhaften Aufstieg hinter sich hat, ist die Zahl der Analysten, die sich mit dem Unternehmen beschäftigen, überschaubar. In den jüngsten Studien empfehlen die meisten Experten, die Aktie zu kaufen.

Analysten sind sich uneins

Analystin Charlotte Friedrichs von der Privatbank Berenberg räumt Varta mit einem Kursziel von 115 Euro in etwa jenes Potenzial ein, das die Aktie derzeit erreicht hat. Sie lobt den Ausbau der Produktionskapazitäten und verweist zudem darauf, dass eine Investorenveranstaltung die positive Einschätzung des Batterienherstellers unterstrichen habe.

Unterdessen attestiert Robert-Jan van der Horst vom Analysehaus Warburg Research Varta nach der Vorlage der Neunmonatszahlen zwar, dass der Konzern mit seinem starken Geschäft im Bereich Microbatteries seine Erwartungen übertroffen habe. Zugleich gibt er aber zu bedenken, dass auch das nun von ihm aufgerufene höhere Kursziel von 63 Euro deutlich unter dem Kurs des Konzerns liege. Er plädiert daher weiter dafür, sich von den Papieren zu trennen.

VARTA AG O.N.

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Stephan Klepp von der Commerzbank gibt zu bedenken, dass der Zeitpunkt und die Höhe jeglicher Subventionen für Batteriezellen für Varta aktuell noch unklar sei. Während einige Kapitalmarktteilnehmer immer noch besorgt seien, dass Varta in die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien für die Autoindustrie einsteigen könnte, sieht Klepp dieses Risiko nicht. Zumal deutsche Autobauer zögern würde, sich klar zu einer deutschen Lithium-Ionen-Batteriezellversorgung zu bekennen, die bislang nicht existiere. Ungeachtet dessen ist Varta für den Commerzbank-Experten eindeutig ein „Kauf“.

Aktienkurs haussiert

Für Anleger ist die Varta-Aktie eine Pracht. Der Kurs kennt fast nur eine Richtung - nämlich bergauf. Alleine 2019 ging es für die Titel um rund 350 Prozent nach oben. Kein anderer Wert schaffte so viel im Nebenwerteindex S-Dax, der im selben Zeitraum fast 30 Prozent zugelegt hat.

Lag der Ausgabepreis des Papiers beim zweiten Börsengang des Konzerns im Oktober 2017 noch bei 17,50 Euro, kostet eine Aktie inzwischen ungefähr 113 Euro. Das sind fast 550 Prozent mehr als damals. Investoren, die die Aktie seit damals im Depot behalten haben, können sich daher über hohe Gewinne freuen.

Durch das enorme Kursplus kommt Varta mittlerweile auf einen Börsenwert von rund 4,5 Milliarden Euro. Damit gehört Varta zu den Top 5 der Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung im S-Dax. Nur Spitzenreiter Traton (12,1 Milliarden) sowie Talanx (11,4) und DWS (6,2) stehen aktuell noch vor Varta. Größter Investor ist das Industrie-Konglomerat Montana Tech Components, das knapp 60 Prozent der Anteile hält.

Quelle: dpa
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