FAZ plus ArtikelGeldautomaten

Wie wir zukünftig an Bargeld kommen

Von Franz Nestler
09.02.2020
, 08:42
Geldautomaten waren bei Banken und Kunden lange Zeit beliebt. Doch nach mehr als 50 Jahren ist Bargeld aus dem Automaten ein Auslaufmodell. Eine Alternative ist die Supermarktkasse – davon profitiert der Handel.

Die besten Ideen kommen einem wohl doch in der Badewanne. Zumindest wenn man der Erzählung von John Shepherd-Barron glauben darf. Der Schotte gilt als Erfinder des Geldautomaten – der einzigen nützlichen Innovation der Finanzbranche über Jahrzehnte, wie der im Dezember verstorbene ehemalige Chef der amerikanischen Notenbank Fed, Paul Volcker, im Jahr 2009 urteilte. Natürlich, Volcker war damals sauer, weil Banken mit hochriskanten Produkten die Finanzwelt nahe an den Abgrund geführt hatten. Und trotzdem ist der Geldautomat noch heute für viele Verbraucher der einzige Kontakt zur Bank. Doch von der Badewanne an einem Samstag im Frühjahr des Jahres 1965 bis hin zu 60.000 Geräten allein in Deutschland war es ein weiter Weg.

Bargeld gab es früher einmal nur direkt vom Schalter, Kartenzahlungen noch gar nicht. Die Öffnungszeiten waren auch nicht viel kundenfreundlicher als heute, und so passierte Shepherd-Barron, was wohl so vielen schon geschah. Das Bargeld war ausgegangen, die Hausbank hatte vor wenigen Minuten ihre Pforten geschlossen. Da kam der 2010 verstorbene Shepherd-Barron ins Grübeln. Warum gibt es Automaten, an denen man Schokoriegel ziehen kann, aber kein Gerät, das Bargeld ausgibt? So fing der Schotte an zu basteln. Das fiel ihm leicht, denn er war Manager in einem Unternehmen, das Banknoten druckte. Damit hatte er einen Startvorteil.

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Autorenporträt / Nestler, Franz
Franz Nestler
Redakteur in der Wirtschaft.
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