Goldmarkt

Der Goldpreis erreicht die Marke von 450 Dollar

25.11.2004
, 20:00
Rekordhoch für das Edelmetall
Das Edelmetall hat den höchsten Stand seit 1988 erreicht. Zur fundamentalen Lage hat das World Gold Council einen Bericht vorgelegt. Dieser weist unter anderem eine Zunahme der physische Nachfrage aus.
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Gold hat am Donnerstag die Marke von 450 Dollar je Feinunze leicht überschritten und damit den höchsten Stand seit Juni 1988 erreicht. Damals kostete die Feinunze 468,20 Dollar. Beim Nachmittags-Fixing in London wurde am Donnerstag ein Preis von 451,15 Dollar ermittelt. Nächstes Kursziel seien 455 Dollar, sagten Händler.

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In Euro haben sich die Notierungen weiterhin nur geringfügig verändert. Dies bestätigt abermals die seit einigen Jahren zu beobachtende Tendenz, daß sich Gold zum Dollar verhält wie eine Hartwährung. Händler warten nach dem Erreichen der als psychologisch bedeutsam geltenden Marke von 450 Dollar jetzt gespannt darauf, ob Folgekäufe auftreten oder ob die Neigung zu Gewinnmitnahmen wächst.

Bedenklich hohes Niveau

Im Vordergrund steht dabei der Terminmarkt für das Edelmetall, denn dort liegt im Gegensatz am physischen Markt unverändert der Schwerpunkt des Geschehens. Die Netto-Kaufengagements an der Terminbörse in New York steigen seit Wochen tendenziell und befinden sich nach dem Urteil von Analysten inzwischen auf einem bedenklich hohen Niveau. Dort könne jederzeit eine Verkaufswelle einsetzen, die auch den Preis für physisches Gold deutlich sinken ließe.

Für Nervosität sorgen in diesem Zusammenhang auch immer wieder auftauchende Mutmaßungen über mögliche Interventionen führender Notenbanken zur Stützung des Dollar. Sollte sich diese Währung auch nur geringfügig erholen, könne dies den Auslöser für umfangreiche Liquidationen am Terminmarkt für Gold darstellen, erklären Händler.

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Bericht des WGC

Zur fundamentalen Lage am Goldmarkt hat das World Gold Council (WGC), eine von den Produzenten getragene Organisation, am Donnerstag neue Zahlen bekanntgegeben, die in Zusammenarbeit mit dem Analysehaus GFMS Ltd. (vormals Gold Fields Mineral Services) erstellt wurden. Der Bericht weist für das dritte Quartal gegenüber dem gleichen Zeitraum 2003 eine Zunahme der physischen Nachfrage nach dem Edelmetall um 4,8 Prozent auf 857 Tonnen aus. Demgegenüber soll die Produktion um 8 Prozent auf 971 Tonnen gesunken sein. In diesen Zahlen sind die Netto-Sicherungsgeschäfte (Hedging) der Produzenten nicht berücksichtigt. Wie immer, so galt das Interesse auch jetzt wieder den Erkenntnissen zu den Transaktionen institutioneller Anleger.

Sie sollen sich im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum alles in allem nicht nennenswert verändert haben. Zu den Dispositionen des sogenannten offiziellen Sektors, unter denen überwiegend Käufe und Verkäufe der Zentralbanken zu verstehen sind, berichtet das WGC, die nachweisbaren Nettoabgaben seien von 172 Tonnen auf 87 Tonnen gesunken. Im Rahmen des Ende September ausgelaufenen ersten Fünfjahresabkommens europäischer Notenbanken habe die Schweiz stetig weiter Gold abgegeben. Die Deutsche Bundesbank sei als Verkäuferin geringer Mengen zur Prägung von Münzen in Erscheinung getreten. Argentinien habe hingegen weitere 12 Tonnen erworben und damit seine Käufe seit Jahresbeginn auf 55 Tonnen erhöht.

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Quelle: hi. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2004, Nr. 277 / Seite 27
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