FAZ plus ArtikelUnter 1900 Dollar

Goldpreis fällt zurück auf den Stand vom Juli

Von Christian Siedenbiedel
Aktualisiert am 24.09.2020
 - 11:40
Gold
Ist die Goldpreis-Rally vorbei? Oder bekommt Gold womöglich in Zeiten negativer Zinsen eine grundsätzlich neue Funktion als Geldanlage?

Der Goldpreis hat sich wieder deutlich von seinem Rekordhoch von 2075 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) entfernt. Am Mittwoch fiel der Preis unter die Marke von 1900 Dollar, am Donnerstag ging es bis auf weniger als 1850 Dollar herunter. Damit erreichte er wieder einen Stand wie im Juli, bevor der letzte große Preisanstieg und ein regelrechtes Goldfieber einsetzten. Die Analysten der Commerzbank sprechen nun vom „Herbstblues“, der die Goldwelt ergriffen habe. Noch stärker als Gold habe es zuletzt Silber getroffen, dessen Preis seit Wochenbeginn um 14 Prozent gefallen sei. Am Markt machten die meisten den wieder etwas teureren Dollar für den Edelmetall-Preisverfall verantwortlich.

Der Druck geht vom Dollar aus

„Der Hauptdruck auf Gold, aber auch auf Silber, geht derzeit vom festeren Dollar aus“, sagte Alexander Zumpfe, Goldhändler beim Edelmetallkonzern Heraeus. Bei einer Aufwertung des Dollars werde die Feinunze für all diejenigen teurer, die mit anderer Währung Gold kauften, erklärte Frank Schallenberger, Gold-Analyst der Landesbank Baden-Württemberg. Gold befinde sich nach dem Anstieg auf ein Allzeithoch jetzt in Konsolidierungsstimmung, meinte Goldhändler Zumpfe. Die deutschen Privatanleger hielten sich auch auf dem niedrigeren Preisniveau noch mit Käufen zurück. Etwas anders sehe es bei den internationalen ETFs aus, also börsengehandelten Indexfonds auf Gold, die global weiterhin Zuflüsse verzeichneten.

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Quelle: F.A.Z.
Christian Siedenbiedel - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
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