FAZ plus ArtikelGreensill Bank

Der tückische Lockruf hoher Zinsen

EIN KOMMENTAR Von Mark Fehr
06.03.2021
, 15:58
Markenzeichen der Greensill Bank in Bremen auf einem Foto aus dem Jahr 2019
Kommunen und Anleger bangen nach der Schließung der Bremer Greensill Bank um ihre Einlagen. Die meisten haben sich wohl allein durch hohe Zinsen locken lassen. Es ist gut, dass die Verantwortung für den Sparerschutz nicht allein beim Staat liegt.
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Die Schließung der Bremer Greensill Bank ist Tischgespräch in ganz Deutschland, obwohl das kriselnde Kreditinstitut vor kurzem kaum bekannt war. Im Feuer stehen Spareinlagen von Verbrauchern, aber auch Steuergeld, das Kommunen angelegt haben. Die Einlagen privater und institutioneller Kunden summieren sich auf drei bis vier Milliarden Euro.

Plötzlich ist klar geworden, wie stark die relativ kleine Bank nicht nur mit der internationalen Finanzwelt vernetzt ist, sondern auch mit der Industrie. Sie spielte eine wichtige Rolle für die Finanzierung des Stahlriesen Liberty, der um ein Haar die traditionsreiche Stahlsparte von Thyssen-Krupp übernommen hätte. Weil die Schwerindustrie stark unter Corona litt, sprang im Greensill-Netzwerk aber ein wichtiger Kreditversicherer ab und löste einen Dominoeffekt im Konzern aus.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Fehr, Mark
Mark Fehr
Redakteur in der Wirtschaft.
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