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Handelsstreit

Sanktionen gegen Huawei treffen China

Von Mark Fehr
Aktualisiert am 30.05.2020
 - 16:25
Huawei befindet sich im Brennpunkt eines politischen Konflikts
Amerikas Maßnahmen gegen den chinesischen Technologiekonzern könnten den Netzausbau in der Volksrepublik erschweren. Daher ist nach Ansicht einer Vermögensverwaltung mit Vergeltung aus Peking zu rechnen.

Fachleute der international tätigen Vermögensverwaltungsgesellschaft Janus Henderson Investors haben die jüngsten amerikanischen Maßnahmen gegen den umstrittenen chinesischen Netzwerkausrüster Huawei untersucht. Einer ihrer Befunde: Die Restriktionen dürften sich auf Chinas Investitionen in den Netzausbau im eigenen Land auswirken.

Obwohl die neuen Regeln sich nach Ansicht der drei Portfoliomanager Richard Clode, Graeme Parker und Alison Porter spezifisch gegen Huawei richten, werden die Smartphones des Unternehmens wohl weniger betroffen sein. Wahrscheinlich sehr viel bedeutsamer seien die Folgen der Sanktionen dagegen für den Ausbau des 5G-Netzes in China.

Drastische Reaktion?

Wegen der starken und konkreten Auswirkungen ist nun eine Eskalation des Konflikts zwischen den beiden Handelsmächten zu befürchten. Eine drastische Reaktion Chinas als Vergeltung für die Beschränkungen sei nicht auszuschließen. Die Auseinandersetzung um Technologie stehe nicht nur im Zeichen des Handelskriegs, vielmehr gehe es aus amerikanischer Sicht um die nationale Sicherheit. Auch Amerikas Schuldzuweisungen angesichts des Ausbruchs der Corona-Pandemie gegenüber China spielen im Vorfeld der amerikanischen Präsidentschaftswahlen laut den Portfoliomanagern eine Rolle.

Das amerikanische Handelsministerium hatte Mitte Mai neue Restriktionen gegen ausländische Technologieunternehmen verkündet, etwa ein Jahr, nachdem erste Maßnahmen Amerikas gegen Unternehmen wie Huawei in Kraft getreten waren. Die Sanktionen haben laut Janus Henderson Investors Auswirkungen auf die gesamte Halbleiterbranche sowie auf Tochterfirmen und Zulieferer von Huawei, etwa den wichtigen Halbleiterhersteller TSMC aus Taiwan.

Amerikas Präsident Donald Trump hat den vor etwa einem Jahr ausgesprochenen Bann nun bis 2021 verlängert. Washington nennt in den Anweisungen keine Unternehmensnamen, doch zielen die Restriktionen insbesondere auf chinesische Technologiekonzerne wie Huawei oder ZTE ab. Regierungsvertreter, etwa der Handelsminister Wilbur Ross, haben aber Huawei in Reden als Gefahr für die Vereinigten Staaten oder als Werkzeug der Kommunistischen Partei Chinas bezeichnet.

Google für Huawei blockiert

Die Maßnahmen der Regierung blockieren die Zusammenarbeit und den Handel zwischen amerikanischen und chinesischen Unternehmen. Wer Geschäfte mit Unternehmen machen will, die auf einer schwarzen Liste der amerikanischen Regierung stehen, darf das nur mit einer speziellen Lizenz.

Im Fall Huawei hat das etwa zur Folge, dass der Konzern auf seinen Smartphones nicht den weit verbreiteten Kartendienst des amerikanischen Internetkonzerns Google installieren darf. Für Nutzer von Huawei-Smartphones ist zudem der Zugang zum wichtigen App-Store von Google nicht möglich. Das ist vor allem für Nutzer außerhalb des chinesischen Heimatmarktes eine starke Einschränkung.

Laut Janus Henderson Investors ist Huawei mit einem Umsatz von 120 Milliarden Dollar und 249 Millionen verkauften Smartphones im vergangenen Jahr eines der wichtigsten Technologieunternehmen und der weltgrößte Hersteller von Halbleitern. Nach dem Schock in Folge der ersten Restriktionen im Jahr 2019 dürften jedoch die direkten Folgen der neuen amerikanischen Maßnahmen vom Mai auf Huawei überschaubar sein.

Stattdessen rücken nun nach Ansicht der Portfoliomanager Clode, Clark und Porter die Folgen der amerikanischen Sanktionen auf den Netzausbau in China in den Blick. Mit den neuen Auflagen bringe die amerikanische Regierung die Halbleiterausrüstung für Huawei in den Einflussbereich amerikanischen Lizenzrechts. Das habe potenziell Auswirkungen auf Chinas Ausgaben für Halbleiterausrüstung im Inland.

Chinas Investitionen in den heimischen Netzwerkausbau hängen laut der Analyse stark von Halbleiterausrüstungen aus Amerika und Huawei ab. Diese Abhängigkeit erschwere chinesische Projekte wie die Erweiterung einer Fabrik des staatsnahen Technologieunternehmens SMIC am Standort Schanghai, für die Investitionen von rund 2 Milliarden Dollar geplant sind. Des Weiteren habe SMIC 4,3 Milliarden Dollar Investitionen und Kapitalausgaben geplant.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Fehr, Mark
Mark Fehr
Redakteur in der Wirtschaft.
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