Hedge Fonds

Nicht alle Anleger sind mit Hedge-Fonds-Renditen zufrieden

14.08.2005
, 18:44
Ganz so berauschend wie erhofft ist das Jahr 2005 für Hedge-Fonds nicht ausgefallen: Im Schnitt haben diese Fonds seit Jahresbeginn lediglich rund drei Prozent erbracht, gemessen am CSFB/Tremont Hedge Fund Index.

Das vergangene Jahr entsprach so gar nicht den Erwartungen vieler Hedge Fonds-Investoren. Sie mußten sich im Durchschnitt mit einer Wertentwicklung von rund fünf Prozent bescheiden.

„Hedge-Fonds haben die Erwartungen vieler Anleger in den vergangenen Monaten nicht immer erfüllt“, sagt Oliver Schupp von der Hedge-Fund-Investment-Gruppe der Credit Suisse First Boston in New York. Allerdings dürfte das auch damit zusammenhängen, daß Hedge-Fonds in den späten neunziger Jahren vom Investment-Glück verwöhnt wurden: Renditen von 15 bis 20 Prozent waren üblich, und mancher Manager schaffte es sogar, das von ihm verwaltete Vermögen innerhalb eines Jahres zu verdoppeln.

Es fehlen die Trends

Gerade diese hohen Gewinne und die Tatsache, daß Hedge-Fonds es auch in der Aktienbaisse schafften, sich im positiven Terrain zu halten, weckten das Interesse einer breiteren Anlegerschaft. Zwar verbuchten Hedge-Fonds in den Jahren 2000 bis 2002 im Durchschnitt auch nur eine Rendite von vier bis sechs Prozent, aber im Vergleich mit den Aktienmärkten, wo sich das Vermögen mancher Aktionäre im Jahrestakt halbierte, lassen sich solche Zahlen durchaus sehen. Nach dem Jahr 2002 wurde es jedoch schwieriger, Geld zu verdienen. Zum einen machten es die zunehmenden Geldströme in Hedge-Fonds für die Manager in der Regel schwieriger, ihre alten, erfolgreichen Strategien weiterzuverfolgen.

Darüber hinaus fanden sich nur noch wenige stabile Trends, auf die man hätte wetten können, wie es die sogenannten Managed-Futures-Fonds tun. Diese Fonds leben davon, Trends aufzuspüren und zu verfolgen, doch wo keine eindeutigen, stabilen Trends sind, gibt es mit einer solchen Strategie nur wenig zu verdienen. Die Folge: Seit Jahresbeginn haben die Managed-Futures-Fonds rund 1,5 Prozent verloren, im vergangenen Jahr waren es gerade einmal 1,3 Prozent, die man mit diesen Strategien im Schnitt verdient hat.

Besser erging es da Anlegern, die auf Hedge-Fonds setzten, die sich auf Schwellenländer spezialisiert haben: In den vergangenen drei Jahren verdienten diese Produkte eine jährliche Rendite von fast 20 Prozent und waren damit unter den zehn verschiedenen Strategien, die unter dem CSFB/Tremont-Index zusammengefaßt sind, am erfolgreichsten.

Ein Blick auf die verschiedenen Strategien zeigt auch, daß sich hinter der Wertentwicklung für die Gesamtbranche äußerst unterschiedliche Trends verbergen: Je nachdem, welche Strategie ein Hedge-Fonds-Manager verfolgte, erzielte er, auf fünf Jahre betrachtet, eine jährliche Rendite zwischen null und 16 Prozent.

Die sogenannten Convertible Arbitrage-Fonds, die sich auf das äußerst komplexe Geschäft mit Wandelanleihen spezialisiert haben, haben es in den vergangenen fünf Jahren auf eine durchschnittliche Rendite von 8,5 Prozent gebracht, Hedge-Fonds, die auf dem Rentenmarkt investiert haben, brachten es im gleichen Zeitraum auf 4,8 Prozent. Immerhin noch fast zehn Prozent jährlich erwirtschafteten im gleichen Zeitraum Hedge-Fonds, die global auf Zinsen, Währungen und sonstige makroökonomische Trends setzten. Die Fonds, die auf Ausnahmesituationen wie Übernahmen oder Fusionen spekulierten, erbrachten den Anlegern immerhin noch im Schnitt eine jährliche Rendite von 8,7 Prozent.

Quelle: F.A.Z., 13.08.2005, Nr. 187 / Seite 18
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