Hedge Fonds

Oft genug verkannt

02.02.2001
, 21:28
Hedge Fonds: Mit Strategie zum Ertrag
Hedge Fonds haben immer noch ein negatives Image. Für risikobewusste Anleger können sie dennoch ein interessantes Investment sein.
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In den vergangenen Jahren gab es eine Reihe von handfesten Krisen an den internationalen Kapitalmärkten, bei denen so genannte Hedge Fonds eine zentrale Rolle spielten. Die haben in der Öffentlichkeit noch immer einen schlechten Ruf. Woran auch die Berichterstattung in den Medien nicht ganz unschuldig ist.

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Denn in der Regel steht diese Art Fonds nicht im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Das macht sie etwas geheimnisvoll. Gerade das scheint der Grund dafür zu sein, dass der Verdacht immer dann auf die Manager der Hedge Fonds fällt, wenn es an den Finanzmärkten außergewöhnliche Bewegungen gibt. Umgeben von dieser mysteriösen Aura müssen diese Fonds nicht selten als die idealen „Sündenböcke“ für politische Verfehlungen herhalten.

Man braucht sich dabei nur die heftigen Vorwürfe des malayischen Ministerpräsidenten Mahathir Mohamad gegen George Soros, einen der Protagonisten der Hedge Fonds-Szene weltweit, in Erinnerung zu rufen. Auf dem Höhepunkt der asiatischen Währungskrise von 1997/1998 stellte der malaysische Regierungschef Soros öffentlich als den Hauptschuldigen am ganzen Desaster hin. In Wirklichkeit wollte Mahathir aber von einer völlig verfehlten Wirtschaftspolitik ablenken, die er und sein Kabinett betrieben hatten. Und davon, dass die Notenbank Malaysias über viele Jahre hinweg selbst aktiv und mit beträchtlichen Risiken auf Währungsbewegungen spekuliert hat.

Hedge Fonds als alternative Anlageform

Der Begriff Hedge-Fund selbst ist missverständlich. Ursprünglich wurde er für „abgesicherte“ Portfolios verwendet. Also für Wertpapierpositionen, die mit Leerverkäufen oder durch den Kauf von Verkaufsoptionen gegen Kursverluste immun gemacht wurden. Diese enge Definition ist nicht mehr gültig. Heute versteht man darunter eine Vielzahl von aktiven Handelstechniken. Neben reinen Stock-Picking-Strategien können das arbitrage- oder trendorientierte, aber auch marktneutrale Ansätze sein.

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Rein technisch ist ein Hedge Fonds eine üblicherweise im Ausland ansässige Kapital- oder Personengesellschaft, die Anlagegelder verwaltet und dabei mit ihrer Anlagestrategie und den eingesetzten Finanzinstrumenten keinen aufsichtsrechtlichen Restriktionen unterliegt. Die Fondsmanager verfügen im allgemeinen über eine langjährige Anlageerfahrung und verfolgen einen spezifischen, sehr zielgerichteten Anlagestil.

Alle Manager versuchen dabei, für ihre Anleger eine möglichst hohe Wertsteigerung zu erzielen. Und zwar unabhängig davon, wie sich die Aktien- oder Bondmärkte gerade entwickeln. Während die Fondsmanager konventioneller Fonds das Risiko einzelner Anlageformen mit einer breiten Streuung vermindern können, ist es unmöglich, das Marktrisiko an sich auszuschalten. Das heißt, gibt die Börse nach, so wird das Portfolio an Wert verlieren, ganz gleich, ob der Portfolio-Manager den Markt schlägt oder nicht. Gerade das dürfte im vergangenen Jahr vielen Anlegern Sorge bereitet haben.

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Alternative Investments bewegen sich anders

Alternative Investments wie Hedge Fonds dagegen charakterisieren sich durch eine nur geringe Korrelation mit traditionellen Anlagen. Das macht es möglich, dass sie, selbst bei starken Turbulenzen an den Finanzmärkten, nicht nur nicht verlieren, sondern sogar deutlich gewinnen können. Mit klar definierten Strategien ermöglichen sie es dem Anleger, sich von negativen Marktentwicklungen abzukoppeln und ein besseres Verhältnis von Ertrag und Risiko in seinem Portfolio zu erzielen. Aus diesem Grund interessieren sich immer mehr Anleger für die „Alternative Investments“, eine englische Bezeichnung, die den alten Namen „Hedge Fund“ zunehmend ersetzt.

Ursprünglich waren solche Anlageformen nur institutionellen Anlegern zugänglich. Die Mindestanlagesumme betrug bei verschiedenen Fonds zwischen 250.000 und einer Million Dollar. Aber nach den starken Verlusten der bis März vergangenen Jahres so beliebten Technologiewerte versuchen die Banken zunehmend, auch Privatanlegern die neuen Instrumente möglichst schmackhaft zu machen.

Nie alles auf die Hedge Fonds-Karte setzen

So haben sowohl die Deutsche Bank, die Dresdner Bank als auch die Commerzbank vor kurzem Investmentzertifikate aufgelegt, die in ausgewählte Hedge Fonds investieren. Sie bieten damit auch dem Privatanleger die Möglichkeit, sich an den Vorzügen dieser Instrumente zu beteiligen.

Auch wenn es sinnvoll sein kann, einen Teil seines Geldvermögens in solche Instrumente zu investieren, raten Experten dennoch zur Vorsicht. Denn zum einen sei die Transparenz in diesem Segment noch immer nicht groß genug. Zum anderen bleibe abzuwarten, wie die Manager dieser Fonds mit verstärken Mittelzuflüssen zurecht kämen. Denn bisher hätten sich die Hedge Fonds eben vor allem in Nischen bewegt.

Quelle: @cri
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