FAZ plus ArtikelHohe Sparquote

Deutsche legen 100 Milliarden Euro zurück

Von Christian Siedenbiedel
02.12.2020
, 07:30
Die Deutschen sparen nicht mehr so extrem wie zu Beginn der Corona-Krise – aber doch deutlich mehr als voriges Jahr um diese Zeit. Im nächsten Jahr könnten sie dieses Geld auf den Kopf hauen.

Die Einkaufszentren sind wieder voller – wenn kaum etwas anderes erlaubt ist als Shoppen oder Homeoffice, scheint das den Handel doch etwas zu beflügeln. Inzwischen sparen die Menschen dementsprechend nicht mehr ganz so viel wie zu Beginn der Krise mit dem Shutdown im Frühjahr. Damals waren auch viele Fachgeschäfte geschlossen, und selbst der Verkehr nahm deutlich ab. Im Sommer hatten dann viele Leute mehr Geld als sonst zurücklegen können, weil sie ihren Sommerurlaub abgesagt hatten. Der „Lockdown light“ jetzt scheint die Konsumfreude der Menschen weniger stark einzuschränken – aber so richtig öffnen sie ihr Portemonnaie nicht.

Das geht aus Zahlen hervor, die Michael Stappel von der DZ Bank für die F.A.Z. aufbereitet hat. Demnach ist die Sparquote der privaten Haushalte – der Anteil vom verfügbaren Einkommen, der nicht für den Konsum verwendet wird – schon in den ersten drei Monaten dieses Jahres höher gewesen als sonst. Sie lag da bei 12,9 Prozent, normal sind etwa 11 Prozent. Im zweiten Quartal mit dem Lockdown stieg sie auf 20,5 Prozent – den höchsten Wert seit langem. In der Extremphase der Krise legten die Deutschen also rund ein Fünftel ihres Einkommens auf die hohe Kante. Im dritten Quartal sank der Wert wieder auf 13,5 Prozent.

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Quelle: F.A.Z.
Christian Siedenbiedel - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
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