Immobilienkrise in China

Im Sog von Evergrande

11.10.2021
, 16:52
Evergrande
Der chinesischen Immobilienkonzern Evergrande wankt seit Wochen bedrohlich. Auch in seinem Umkreis fangen immer mehr Unternehmen an zu wackeln.
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Die Krise des wankenden chinesischen Immobilienkonzerns China Evergrande zieht im Reich der Mitte immer weitere Kreise. Der ebenfalls klamme chinesische Immobilienentwickler Fantasia schränkte am Montag den Handel mit seinen Anleihen nach einer Bonitätsherabstufung in Schanghai ein. Zudem teilte der kleinere Immobilienentwickler Modern Land mit, er wolle bei den Investoren um die Verschiebung eines Rückzahlungsdatums für ausstehende Anleiheschulden nachsuchen.

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Die Schritte der beiden Unternehmen verdeutlichen, welche Welle die Evergrande-Krise inzwischen in der chinesischen Immobilienbranche schlägt. Evergrande hat Schulden von mehr als 300 Milliarden Dollar, davon werden in Kürze fast 150 Millionen Dollar an Auslandsverschuldungen fällig. Geldgeber bereiten sich schon auf unmittelbar bevorstehende Zahlungsausfälle vor.

Für viele nichtstaatliche chinesische Immobilienentwickler gehe es nun darum, die nächsten drei Monate zu überleben, meint Immobilienanalyst Cai Hongfei vom Brokerhaus Central Wealth Securities. „Sie auf ihren Rückzahlungsplan in sechs bis zwölf Monaten anzusprechen ist eine Frage, die sie schlichtweg nicht beantworten können.“

Börse ist nicht mehr für Fantasia-Anleihen zuständig

Die Anleihen von Fantasia sollen nun nur noch nach Verhandlungen den Besitzer wechseln. Zuvor hatte die Ratingagentur China Chengxin International Credit Rating (CCXI) die Titel herabgestuft. Bislang wurden diese an der Börse in Schanghai gehandelt. Zwei Fantasia-Anleihen waren am Freitag vom Handel ausgesetzt worden, nachdem die Muttergesellschaft Fantasia Holdings am 4. Oktober die Frist für eine Anleiherückzahlung über 206 Millionen Dollar verstreichen ließ. Die meisten Anleihetitel von Fantasia haben schon rund 80 Prozent an Wert eingebüßt.

Das kleinere Immobilienunternehmen Modern Land teilte unterdessen mit, es wolle die Investoren darum ersuchen, das Fälligkeitsdatum für eine am 25. Oktober auslaufende Dollar-Anleihe um drei Monate nach hinten zu verschieben. Eine Zahlungsunfähigkeit solle so vermieden werden.

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Die Krise von Evergrande und des chinesischen Immobilienmarkts zieht sich nun schon seit mehreren Wochen hin. Einerseits glauben viele Beobachter, dass selbst ein Kollaps des chinesischen Megakonzerns sehr auf China begrenzt sein würde und nicht zwangsläufig auf andere Volkswirtschaften überspringen müsse. Andererseits scheint noch vieles im Dunkeln zu liegen, und die Verbindungen von außerchinesischen Unternehmen und vor allem Finanzinstituten sind mehr als unklar.

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Wenige Kontakte von Banken zu Evergrande sind bekannt

Offiziell wollen die wenigsten Unternehmen und Banken Verbindungen zu Evergrande bestätigen. Wenn doch, dann seien die finanziellen Verflechtungen eher minimal. Tatsächlich aber dürfte die Datenlage in Sachen Evergrande auch sehr dünn sein. Bis vor ein paar Wochen hatten von Evergrande die wenigsten gehört.

Evergrande ist nicht nur ein reines Immobilienunternehmen, sondern ein Konglomerat, zu dem auch Solaranlagen oder ein Fußballclub gehören. Der Aktienkurs von China Evergrande ist in den vergangenen Monaten um mehr als 95 Prozent gefallen.

Quelle: Reuters/ins.
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