Investmentfonds

Eine Idee setzt sich durch

Von Hans Heuser
20.05.2001
, 19:08
Mehr als 5.500 Investmentfonds sind in Deutschland zum Vertrieb zugelassen. FAZ.NET erklärt, wie sie eigentlich funktionieren.
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Im Grunde sind die Deutschen echte Spätzünder. Speziell beim Thema Geldanlage. Die Idee zu einem Investmentfonds ist nämlich schon mehr als 150 Jahre alt. In anderen Ländern - allen voran den USA - haben sich Investmentfonds schon vor Jahrzehnten zu einem der beliebtesten Geldanlageprodukte entwickelt.

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Hierzulande brauchten die Anleger sehr viel länger, um sich mit dem Thema „Fonds“ anzufreunden. Erst seit den ausgehenden achtziger Jahren und vor allem mit dem Beginn der neunziger hat sich die Fonds-Idee in Deutschland durchsetzen können. Immer mehr Anleger haben offenbar erkannt, dass mit dem Sparbuch allein nun wirklich kein gutes Geld zu verdienen ist.

Gemeinsames Anlegen ermöglicht bessere Risikostreuung

Am besten stellt man sich einen Investmentfonds als einen großen Topf vor, in dem viele Anleger zunächst einmal ihr Geld sammeln. Der jeweilige Fondsmanager sucht anhand der für jeden Fonds festgelegten Anlagerichtlinien nach aussichtsreichen Wertpapieren, die er für das Geld seiner Anleger einkauft. Entsprechend seiner Einlage in den Fonds-Topf ist dann jeder Fondskäufer anteilig am Gesamtvermögen aus allen Wertpapieren beteiligt, die der Fonds hält.

Weltweit ringen nach Schätzungen von Experten bereits mehr als 60.000 Investmentfonds um das Geld der Privatanleger. In Deutschland selbst geht es etwas ruhiger zu. Allerdings sind auch hierzulande mittlerweile rund 5.500 Fonds der unterschiedlichsten Ausrichtung beim Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BaKred) angemeldet. Auf die Zulassung eines Fonds durch das BaKred sollten Anleger übrigens in jedem Falle achten. Die bringt nicht nur in steuerlicher Hinsicht Vorteile, sondern kann aufgrund der Zulassungsbedingungen auch als erster Hinweis dienen, um schwarze von weißen Fonds-Schafen zu unterscheiden.

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Deutlich gestiegenes Interesse

Das deutlich gestiegene Interesse an Investmentfonds zeigt sich in den Zahlen, die der Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften (BVI) regelmäßig veröffentlicht: Danach wuchs das in Fonds angelegte Vermögen der Deutschen von knapp 70 Milliarden Euro im Jahr 1990 auf aktuell über 400 Milliarden Euro. Der Hintergrund: Die Direktanlage in Wertpapieren birgt zum Teil erhebliche Risiken. Da kam der goldene Mittelweg wohl gerade recht. Über Investmentfonds können nämlich auch wertpapierunerfahrene Anleger ganz leicht zum Aktien-Investor werden.

Auch die höhere Risikobereitschaft der jüngeren Generation hat dazu beigetragen, dass immer mehr Menschen via Investmentfonds den Schritt an die Börse wagen. Nicht zuletzt haben sicherlich Zahlen über sensationelle Kursgewinne mit einzelnen Fonds dazu beigetragen, dass auch wertpapierscheue Anleger einmal einen Blick über den Sparstrumpf hinaus gewagt haben.

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Vor allem aber die zum Teil dreistelligen Kursgewinne, die einige Fonds mit Aktien der Neuen Märkte noch bis zum März vergangenen Jahres erzielen konnten, sorgten für Aufsehen. Dass das allerdings nicht von Dauer ist, zeigt die Börsenentwicklung gerade bei den Werten am Neuen Markt, wo mittlerweile tiefe Ernüchterung eingekehrt ist. Fest steht allerdings nach wie vor: Mit dem richtigen Fonds sind langfristig sehr viel höhere Renditen drin, als sie die meisten anderen Sparformen bieten.

Quelle: @hh
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