Investmentfonds

Selber rechnen ist nicht schwer

Von Hans Heuser
16.05.2001
, 22:00
Anleger ist nicht gleich Anleger, und Fonds ist nicht gleich Fonds. FAZ.NET zeigt Möglichkeiten, Anlageergebnisse zu prüfen und selbst nachzurechnen.
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Ganz so einfach, wie es sich in der Werbung oft anhört, ist das alles gar nicht mit der Geldanlage in Investmentfonds. Deshalb sollten Anleger frühzeitig planen, welches Ziel sie eigentlich mit ihrer Fondsanlage verfolgen. Wie hoch muss mein jährlicher Durchschnittsertrag sein, um ein bestimmtes Anlageziel zu erreichen? Welches Gesamtvermögen kann ich durch regelmäßiges Sparen eigentlich in einer bestimmten Zeit erreichen? Das sind Fragen, die sich viele Anleger ohnehin oft stellen und bisher vergebens nach einer Antwort gesucht haben.

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Aber auch wer bereits angelegt hat, sollte von Zeit zu Zeit überprüfen, ob seine Anlage eigentlich das bringt, was er sich davon erhofft. Das betrifft sowohl die Einmalanlage als auch den Sparplan, in den ein Investor regelmäßig einzahlt.

Die zweite Rente selbst steuern

Außerdem bieten gerade Investmentfonds dem Anleger hervorragende Möglichkeiten, die Verwendung seines schon angesparten Vermögens nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. Etwa durch den Abschluss eines so genannten Entnahmeplans, manche nennen ihn auch Auszahlplan. Den bietet mittlerweile nahezu jede Fondsgesellschaft an. Für den Anleger ist das gewissermaßen das Steuerungsinstrument beispielsweise für die zweite Rente.

Nicht zuletzt gilt es beim Thema Wertentwicklung der Fondsanlage, nicht blind den Zahlen zu vertrauen, die die so genannte Fondsranglisten mit ihren Zahlen zur Wertentwicklung geben. Denn die sind in der Regel nicht auf die individuelle Situation eines Anlegers ausgerichtet, sondern geben ein möglichst allgemeingültiges Bild.

Dabei bleibt dann eben meist auch der so genannte Ausgabeaufschlag außen vor. Denn ob ein Anleger seinen Fonds direkt bei der auflegenden Gesellschaft kauft und dort den vollen Aufschlag zahlt, oder ob er über eine Direktbank mit kräftigen Rabatten auf die Ausgabegebühr anlegt, ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Zudem verlangen einige Fondsgesellschaften deutlich höhere Gebühren für den Einstieg in einen Fonds als andere. Obwohl es sich um die gleichen Wertpapierart handelt, in die die Fonds investieren.

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Ein Tausender weniger

Das alles würde die Vergleichbarkeit der tatsächlichen Managementleistung erschweren. In den meisten Fällen sind die Wertentwicklungszahlen zu Investmentfonds deshalb „netto“ gerechnet. Das heißt eigentlich nichts anderes, als dass der Ausgabeaufschlag, also die Gebühr, die der Anleger beim Kauf seiner Fondsanteil zu zahlen hat, nicht einbezogen ist in die Berechnung.

Wie viel das ausmachen kann, belegt folgendes Beispiel: Ein Wertzuwachs von 100 Prozent hört sich gut an, entspricht aber unter Berücksichtigung des Ausgabeaufschlags von fünf Prozent am Ende nur einem Zuwachs um 95,2 Prozent. Anders gesagt: Von eigentlichen 20.000 Euro, die ein Anleger bei der Nettorechnung gewonnen hat, bleiben ihm unter Berücksichtigung der Ausgabekosten nur 19.047,60 Euro, ein knapper Tausender weniger.

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Infoquellen gibt es genug

Wer selbst rechnen will: Die Stiftung Warentest bietet auf ihren Internetseiten einige Rechentools an, mit dem sich beispielsweise die Entwicklung einer Einmalanlage, eines Sparplans oder eines Entnahmeplans leicht selbst kalkulieren lässt. Auch die angesprochene Bereinigung um den gezahlten Ausgabeaufschlag können Anleger hier selbst vornehmen. Auch viele Direktbanken und die Fondsgesellschaften selbst bieten solche Rechnwerkzeuge mittlerweile auf ihren Internetseiten an.

Quelle: @hh
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