Endlich geht es voran

Klimawandel an den Finanzmärkten

EIN KOMMENTAR Von Inken Schönauer
28.05.2021
, 08:42
Das Gerichtsurteil zu Shell ist ein Paukenschlag, Investoren dürften sich bestärkt fühlen. Denn es wird in Sachen Nachhaltigkeit nicht mehr nur geredet.

Für so manchen Beobachter mag die Verurteilung Shells zu mehr Klimaschutz ein echter Paukenschlag sein. Das ist sie auch, denn dass ein multinationaler Energiekonzern für die Folgen seines Handelns derart geradestehen muss, ist ein Novum.

Unter Investoren fügt sich dies aber nahtlos in das Megathema Nachhaltigkeit ein, das die Finanzmärkte inzwischen genauso bestimmt wie Zinssätze oder Inflationsindikatoren. Es ist längst keine Kür mehr, mit Anlegern in den Dialog darüber zu treten, wie sie sich in Sachen Klima, Unternehmensführung oder sozialen Themen positionieren wollen. Es ist zur Pflicht geworden.

Während lange Zeit nur viel geredet wurde, ziehen große Fonds nun auch Konsequenzen. Sie bringen eigene Vorschläge auf Hauptversammlungen ein, stellen Gegenanträge und verweigern tatsächlich die Zustimmung. Das erhöht den Druck auf Unternehmen, sich zu bewegen und zu ändern, denn sie sind auf das Geld der Investoren angewiesen.

Viele Kriterien in der Nachhaltigkeit bleiben noch immer schwammig, und es wird noch dauern, bis Leitplanken aufgestellt sind, an denen sich alle Marktteilnehmer orientieren können. Die Richtung aber stimmt endlich.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schönauer, Inken
Inken Schönauer
Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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