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Knapp 500 Banken nehmen Negativzinsen

Von Christian Siedenbiedel
30.06.2021
, 18:34
Banken
Die Zahl steigt rasant. Entscheiden sich jetzt mehr Banken für Negativzinsen statt für höhere Gebühren?

Die Zahl der Banken, die Negativzinsen von ihren Kunden verlangen, steigt weiter. Das Internetportal Verivox, das eine Liste mit Banken führt, die auf ihrer Internetseite Negativzinsen ausweisen, kommt mittlerweile auf 349 Institute, die auch von Privatkunden solche Zinsen verlangen. Das Konkurrenzportal Biallo, das einen besonders umfangreichen Bankenvergleich anbietet, nennt inzwischen sogar 450 Banken, die von Privatkunden ebenfalls Negativzinsen kassieren. Innerhalb von zwei Jahren habe sich diese Zahl verfünfzehnfacht, heißt es. Bei Firmenkunden seien es mittlerweile sogar knapp 500 Kreditinstitute.

Der Stuttgarter Bankenprofessor Hans-Peter Burghof meint, es wäre vielleicht sogar die „ehrlichere“ Lösung, wenn Banken jetzt Negativzinsen mehr oder minder von allen verlangen würden. Wenn Banken große Einlagen von Kunden selbst anlegten, machten sie nach Kosten bei den momentanen Marktbedingungen einen Verlust. Viele versuchten, diese Verluste „verdeckt“ durch höhere Gebühren rund um das Girokonto auszugleichen: „Insoweit ist ein universeller Minuszins vor allem die ehrlichere Antwort auf die aktuelle Situation.“

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Christian Siedenbiedel - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
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