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Börsenfusion geplatzt

China-Abenteuer abgeblasen

EIN KOMMENTAR Von Philip Plickert
 - 17:59
Vor dem Gebäude der Hongkonger Börse

Die Übernahmeoffensive der Hongkonger Börse HKEX für die Londoner Börse stand unter keinem guten Stern. Sie war hastig und aggressiv eingefädelt worden, schon nach wenigen Tagen kam ein klares „No, thanks“ aus London. Es war nicht nur der von der HKEX gebotene Preis, der nicht übermäßig attraktiv erschien.

Vielmehr standen fundamentale Bedenken der Übernahme entgegen. Denn hinter der Hongkonger Börse vermuten nicht wenige als eigentliche Hintergrundmacht das Pekinger Regime. Im Führungsgremium der HKEX sitzen eine ganze Reihe direkt oder indirekt von der Hongkonger Stadtregierung ernannte Board-Mitglieder. Bei europäischen und amerikanischen Regulierern gingen die Warnlichter an bei der Aussicht, dass Peking auf die Londoner Börse zugreifen könnte, denn die bietet die zentrale Finanzinfrastruktur eines der wichtigsten Finanzplätze der westlichen Welt.

Wenn etwas systemrelevant ist, dann das. Der Börseneigentümer hat Einblick in hochsensible Marktdaten. Der Coup aus Hongkong hätte vielleicht eine betriebswirtschaftliche Logik. Er scheiterte aber daran, dass London sich nicht naiv auf ein solches chinesisches Abenteuer einlassen will.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Plickert, Philip
Philip Plickert
Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.
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