Märkte im Herbst

Dollar ist wieder Anlegers Liebling

26.08.2005
, 18:16
Nach drei dürren Jahren haben Fremdwährungen den Anlegern in diesem Jahr erstmals wieder Freude gemacht.

Der Dollar hat seit Anfang Januar im Vergleich zum Euro um elf Prozent aufgewertet: Ein Euro kostet heute 1,23 statt 1,36 Dollar zu Jahresbeginn. Ein Euro kostet heute 1,23 statt 1,36 Dollar zu Jahresbeginn.

Ähnliches gilt auch für andere Fremdwährungen, was eine gute Nachricht ist für Anleger, die sich mit ihren Investitionen in die Fremde wagen. Sie müssen nicht nur auf die Kursentwicklung ihrer Aktien und Anleihen achten, sondern mindestens ebensosehr auf den Außenwert des Euro.

Diese Erfahrung mußten Anleger in den vergangenen drei Jahren machen, als der Euro sich mit großen Schritten von seiner Schwäche erholte. Im glänzenden Aktienjahr 2003 warfen zum Beispiel deutsche Aktien, gemessen am Dax, 37 Prozent ab. Nach Währungsverlusten blieb bei amerikanischen Aktien nur ein bescheidenes Plus von sechs Prozent.

Noch schlimmer war die Bilanz im Jahr 2004 bei den Anleihen. Europäische und amerikanisches Renten liefen wegen der fallenden Kapitalmarktzinsen glänzend. Doch bei den amerikanischen Staatsanleihen blieb für Euro-Anleger unter dem Strich ein Minus von drei Prozent, während sie mit Bundesanleihen einen Ertrag von mehr als neun Prozent verbuchten.

Doch wie geht es weiter mit den Währungen? Der Dollar hat in diesem Jahr vom kräftigen Wachstum der amerikanischen Wirtschaft profitiert. Außerdem sind die Zinsen für langlaufende Anleihen dort um gut einen Prozentpunkt höher als in Europa, was für weiteren Zufluß von Kapital spricht.

Aber gleichzeitig warnen viele Experten vor den Risiken und verweisen auf das riesige Handelbilanzdefizit der Vereinigten Staaten. Die Amerikaner konsumieren weitaus mehr Güter und Dienstleistungen, als sie exportieren. Dieses Defizit könnte auch über eine kräftige Abwertung des Dollar beseitigt werden.

Quelle: F.A.Z., 27.08.2005, Nr. 199 / Seite 22
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot