„Man kann viel verlieren“

18.12.2000
, 22:50
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Die Tücken der Aktienanleihe musste auch Wolfgang Baum erfahren. Der Oberpfälzer beschäftigt sich schon seit 1996 mit Anlageformen, „die über das normale Sparbuch hinausgehen“. Anfangs hatte er in erster Linie auf Aktien gesetzt. „Das war teilweise sogar recht erfolgreich“, freut sich Baum. „Dann aber wollte ich Formen ausprobieren, die mehr abwerfen, als mit dem reinen Aktieninvestment in Standardwerten drin ist“, erklärt Baum. Optionsscheine waren ihm allerdings doch schnell zu heiß.

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„Dann entdeckte ich die Aktienanleihen, das war 1998“, erinnert sich Baum. Die schienen ihm eine gute Kombination von Ertrag und Sicherheit zu bieten. „Anfangs lief ja auch alles recht gut“, so Baum. „Zum Teil konnte ich Wertsteigerungen von 30 Prozent erzielen, aber eben nur auf dem Papier.“

55 Prozent minus sind keine Freude

Die erste große Ernüchterung kam für Baum mit der Asienkrise im Sommer 1998, als es für die Aktien kein Halten mehr gab. Und auch die Kurse der Aktienanleihen in den Keller sausten. „Da war es kaum ein Trost, dass statt 70 Prozent minus bei der Aktie nur 55 Prozent minus bei der entsprechenden Aktienanleihe heraussprang“, zeigt sich Baum enttäuscht.

An dicke Minuszeichen müssen sich wohl auch die Anleger von einigen derzeit noch notierten Aktienanleihen gewöhnen. Zum Teil kaum verwunderlich, wenn man sich die entsprechenden Basiswerte anschaut, auf die die jeweilige Aktienanleihe sich bezieht. Deutsche Telekom, Siemens, SAP und DaimlerChrysler sind derzeit die Minusbringer, die zum Teil mit Abschlägen von 50 Prozent und mehr notieren.

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Kursverluste kaum noch aufzuholen

Besonders stark getroffen hat es zuletzt die Käufer der beiden von der BHF-Bank ausgegebenen Aktienanleihe auf EM.TV getroffen. Das Papier wird zwar erst am 15. Februar 2001 fällig, dürfte es aber schwer haben, den Kursverlust von derzeit 70 Prozent bis dahin wieder aufzuholen.

Quelle: @hh
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