Marktbericht

Spekulationen um Banken verhelfen Dax zu Gewinnen

16.09.2004
, 18:20
Entgegen der Prognosen von Händlern am Morgen tendierte der Dax am Donnerstag freundlich. Fusionsspekulationen um Banken sind eine wesentliche Ursache. Der schwache Philadelphia-Fed-Index könnte für Störfeuer sorgen.
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Freundlich ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstagabend aus dem Handel gegangen. Der Dax legte um 21 Punkte oder 0,6 Prozent auf 3.964 Punkte zu. Von 30 Dax-Werten stiegen 25 ins Plus, nur 5 Titel verloren. Vor allem Banken und Nebenwerte legten teils kräftig zu.

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Die Umsätze seien dennoch gering geblieben, erklärten Händler. Im Vorfeld des großen Verfalltages an den Terminbörsen am Freitag hätten sich die Marktteilnehmer sehr bedeckt gehalten. Der Verfalltag der September-Futures und -Optionen sorgt erfahrungsgemäß für größere Verwerfungen und wird von Investoren gemieden. Viele Aktien hätten sich daher erratisch bewegt, größere Nachrichten habe es lediglich im MDax gegeben. Auch die amerikanischen Konjunkturdaten zeitigten nur geringen Einfluß, hieß es.

Technisch befindet sich der Index in einer Konsolidierungszone

Technisch befinde sich der Dax weiter in einer Konsolidierung, sagte ein technischer Analyst. Der Index liege in einer Spanne zwischen der 200-Tage-Linie bei 3.938 Punkten und den jüngsten Hochs um 3.970 Punkten. Nach Börsenschluß sorgte allerdings der Philadelphia-Fed Index für Störfeuer und könnte einen Anlauf auf die 4.000er Marke dämpfen. Denn mit 13,4 für er massiv schlechter aus als die erwarteten 25 Punkte. Bei 3.930 Punkten sei der Dax allerdings gut unterstützt.

Fundamentale Impulse rückten am Donnerstag mit Blick auf den Verfall in den Hintergrund. Banken waren gesucht: Commerzbank stiegen um 2,5 Prozent auf 15,37 Euro. Postbank, die am Freitagabend in den MDax aufsteigen, gewannen 1,3 Prozent auf 31 Euro glatt. Nach Presseberichten plant die Deutsche Bank Zukäufe in Deutschland. Demnach seien Postbank und Commerzbank die interessantesten Übernahme-Kandidaten. Davon profitierten auch Deutsche Post, die um 1,5 Prozent stiegen auf 17,15 Euro.

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Deutlichste Spuren des Verfalltages zeigten sich bei HypoVereinsbank. Die Aktien stiegen um 3,1 Prozent auf 15,23 Euro und gehörten zeitweise zu den umsatzstärksten Aktien. Terminmarkt-Händler seien hier in massive Falschlagen gekommen, erklärte ein Händler. Sie hätten die Aktie zu jedem Preis zurückkaufen müssen. Auch die Versicherer legten etwas zu, Begründung waren hier ihre Beteiligungen an Banken. Allianz stiegen um 0,5 Prozent auf 85,18 Euro, Münchener Rück um 0,6 Prozent auf 82,42 Euro. Auch die etwas geringer als erwarteten Schadensschätzungen für den Hurrikan “Ivan“ halfen.

Puma auf neuem Allzeithoch

Eon und RWE legten im Schnitt um 0,6 Prozent zu, nachdem es Signale von Eon gab, die geplanten Strompreiserhöhungen würden in einigen Bereichen nicht umgesetzt. Schering stiegen mit Anschlußkäufen um 1,5 Prozent auf 49,20 Euro. VW notierten trotz Abbruchs der Tarifverhandlungen um 0,2 Prozent höher bei 32,65 Euro.

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Infineon stiegen um 1,7 Prozent auf 8,46 Euro, nachdem sich der Chiphersteller mit den amerikanischen Behörden auf ein Bußgeld von 160 Millionen Dollar wegen illegaler Preisabsprachen geeinigt hatte. Hier half die Aussage von Merrill Lynch, Infineon dennoch auf der Einstufung “Neutral“ zu halten. Die Auswirkungen auf Infineons Bewertung seien minimal, da die Buße nur 3 Prozent der Marktkapitalisierung betrage, hieß es von den Analysten. Siemens zeigten sich mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 60,28 Euro.

In der zweiten Reihe gab es deutlichere Bewegungen, Sportartikel-Hersteller waren gesucht: Puma stiegen um 3,3 Prozent auf ein neues Allzeithoch bei 217,50 Euro. Hypo Real Estate legten nach dem Verkauf eines Kredit-Portfolios um 3,8 Prozent auf 27,05 Euro zu. MG Technologies gaben um 2,9 Prozent auf 10,31 Euro nach. Hier war der Verkauf der Kunststoffsparte zunächst gescheitert. Vossloh brachen nach Verkäufen institutioneller Anleger deutlich ein, konnten sich jedoch auf minus 1,6 Prozent auf 33,18 Euro erholen. Der Vorstand hatte am Nachmittag belastende Gerüchte dementiert und die Ergebnisziele 2004 erneut bekräftigt. Fraport verloren 2,2 Prozent auf 26,40 Euro, nachdem Deutsche Bank die Einstufung auf “Hold“ von “Buy“ gesenkt hatte. Ganrant Schuh legten 12,14 Prozent auf 19,40 Euro zu. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, das Kerngeschäft nach Verhandlungen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter wieder aufzunehmen

Quelle: Dow Joines Newswires
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