Finanztipp „Frag den Mohr“

Wie Privatanleger vom steigenden Yuan profitieren

Von Daniel Mohr
11.06.2021
, 08:23
Die Volksrepublik China wird wirtschaftlich immer bedeutsamer. Das könnte auch der Währung helfen – mit Folgen im Depot. Ein schneller Rat in zwei Minuten.

China ist als einzige große Volkswirtschaft im Jahr 2020 gewachsen. Um 2,3 Prozent. Deutschland (minus 5), Europa (-6), USA (-3,5) und auch die Welt insgesamt (-3,3) sind wirtschaftlich geschrumpft. Es setzt sich damit ein Trend der vergangenen Jahre fort: China wird wirtschaftlich bedeutsamer.

Und wer auf die Wechselkurse schaut, erkennt schnell, dass dies am Devisenmarkt nicht spurlos vorübergeht. Mussten vor einem Jahr noch 7,20 chinesische Yuan für einen Dollar gezahlt werden, sind es jetzt nur noch 6,40 Yuan. Der Yuan wird also wertvoller, auch gegenüber dem Euro.

Wer diesen Trend für intakt hält, findet verschiedene Möglichkeiten, als Anleger daran teilzuhaben. Indirekt durch den Kauf chinesischer Aktien und Anleihen. Direkt durch Finanzprodukte wie zum Beispiel ein Zertifikat der Bank BNP Paribas, das unter der Kennnummer PZ2FBS an deutschen Börsen handelbar ist. Steigt der Yuan um ein Prozent zum Euro, gewinnt das Zertifikat 5 Prozent.

Umgekehrt funktioniert es genauso: Verliert der Yuan, büßt der Anleger den fünffachen Wert ein. Ein solcher Hebel ist bei Währungsprodukten durchaus üblich, da Wechselkurse weit weniger stark schwanken als Aktien. Wer es weniger riskant mag, findet auch Produkte mit dem Hebel 2, wer mutiger ist, mit dem Hebel 30.

Auch möglich ist der direkte Kauf von Yuan in bar bei Anbietern wie der Reisebank. Dort bekommt der Anleger derzeit für einen Euro rund 7 Yuan, an den Börsen wären es 7,75 Yuan, also rund zehn Prozent mehr. Bei Onlinebestellung wird die Währung in der Regel am nächsten Tag per Kurier geliefert. Die Gebühr beträgt 6,90 bis 10,75 Euro. Allerdings muss auch bei der Rückgabe der Währung mit einem erheblichen Kursabschlag kalkuliert werden, sodass der Devisenhandel in bar finanziell selten lukrativ ist. Mögliche Gewinne aus Währungsspekulationen sind steuerpflichtig.

Quelle: F.A.S.
Daniel Mohr  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Daniel Mohr
Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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