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Corona macht Bargeld unbeliebter

Aktualisiert am 19.10.2020
 - 13:56
Reicht es? Oder wird gleich doch die Bankkarte gezückt?
Die Europäer zahlen viel weniger mit Münzen und Scheinen als noch im Vorjahr. Selbst in Deutschland ist dieser Trend deutlich. Die Pandemie beschleunigt den Wandel.

Das Zahlen mit Scheinen und Münzen beim Einkauf ist durch die Corona-Krise in Europa deutlich unbeliebter geworden. „Die Vorliebe für Bargeld hat in einem Maße abgenommen, für das es sonst wohl eine Generation gebraucht hätte“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Umfrage der ING Bank, die im Mai in 13 europäischen Ländern durchgeführt wurde. Auch in Deutschland, wo Bargeld noch immer besonders hoch im Kurs steht, griffen in Folge der Krise gut die Hälfte der Befragten weniger bereitwillig zum Bargeld. Im Rest Europas treffe das sogar auf mehr als zwei Drittel der Befragten zu.

Der Studie zufolge sank der Anteil der Befragten, der bestimmte Ausgaben zum Beispiel für Lebensmitteleinkäufe oder die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel normalerweise in bar bezahlt im Vergleich zum Vorjahr in Europa um 7 bis 14 Prozentpunkte. In Deutschland sind es demnach 8 bis 19 Prozentpunkte. Die Bargeldvorliebe bleibt dabei laut der Erhebung weiterhin eine Generationenfrage. Nur 24 Prozent der 25- bis 34-jährigen Deutschen bezahlten ihre Lebensmitteleinkäufe mit Scheinen und Münzen. Bei Älteren seien es trotz Corona-Krise noch rund 40 Prozent.

Vor allem große Beträge bargeldlos

Nach den Ergebnissen der Umfrage gaben etwa 44 Prozent der befragten Deutschen an, sie hätten ihre Bargeldnutzung reduziert. Im europäischen Durchschnitt seien es 57 Prozent gewesen. Rund 42 Prozent der hierzulande Befragten teilten mit, häufiger per Karte zu bezahlen, in Europa waren es 52 Prozent. Auch während der Pandemie stehe Bargeld bei den Deutschen weiterhin hoch im Kurs, sagen die Fachleute der ING Bank. Mit Blick auf die Zahlungsvorlieben zeige sich aber, dass auch deutsche Verbraucher die Vorteile bargeldloser Zahlungen vor allem für größere Beträge schätzten.

Quelle: Reuters/kpa.
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