<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Preisrätsel an der Tankstelle

Warum E10 und Superbenzin plötzlich gleich viel kosten

Von Kerstin Papon
Aktualisiert am 14.01.2020
 - 11:19
Super E10 und Super kosten plötzlich gleich viel
Seit dem Jahreswechsel wird im deutschen Straßenverkehr auf mehr Klimaschutz geachtet. Doch ausgerechnet jetzt wird der klimafreundlichere Treibstoff teurer – und verliert seinen Vorteil.

Der Blick auf die Preistafeln der Tankstellen dürfte in den vergangenen Tagen so manchen Autofahrer überrascht haben. An vielen Zapfsäulen sind die Liter-Preise von Superbenzin und E10, die sich bisher üblicherweise um 2 Cent unterschieden haben, identisch. Die erste Idee: vielleicht ein Fehler der Tankstelle? Doch am nächsten Tag ist das Bild gleich, selbst an anderen Zapfstellen.

Was ist geschehen? Als Auslöser für diese Veränderung im Preisgefüge der Tankstellen gilt eine Änderung im Biokraftstoffquotengesetz, die zum 1. Januar in Kraft getreten ist. „Es geht darum, die Klimaschutzquote des Straßenverkehrs zu erhöhen“, sagt Alexander von Gersdorff, Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV). Die Branche sei daher angehalten, die Treibhausgase der Fahrzeuge um 6 Prozent jährlich zu mindern, nach zuvor 4 Prozent seit 2017. Dies erfordere eine höhere Beimischung von teureren Bio-Komponenten wie Bioethanol für Benzin, sagt von Gersdorff.

Gros der Autofahrer tankt Superbenzin

Doch warum wird der Liter E10, der über einen höheren Bioethanolgehalt von bis zu 10 Prozent verfügt, teurer und nicht günstiger? Sinkt damit nicht der Anreiz, umweltfreundlicher zu tanken? Ohnehin ist der Energiegehalt von E10 geringer und damit der Verbrauch höher als mit fossilem Kraftstoff. Zudem sind viele Fahrer besorgt, ob ihr Auto den höheren Ethanolgehalt verträgt. Derweil diskutieren Politik, Autohersteller und Mineralölwirtschaft sogar schon über E20. Dabei entfielen laut MWV in den ersten zehn Monaten 2019 nur 13 Prozent des hierzulande verkauften Benzins auf E10. Das Gros der Fahrer tankt E5 (Anteil 87 Prozent), das an den Zapfsäulen Super 95 heißt und bis zu 5 Prozent Ethanol enthalten kann.

Die Anbieter könnten ihre Preise frei gestalten, betonen von Gersdorff und der Automobilclub ADAC. Die Differenz von 2 Cent habe sich eingependelt, nachdem E10 im Jahr 2011 eingeführt worden sei. Bei einigen Tankstellen seien es zeitweise sogar 4 Cent gewesen, um den Absatz der Sorte zu steigern, sagt Jürgen Ziegner, Geschäftsführer des Zentralverbands des Tankstellengewerbes.

Steuerliche Unterschiede gibt es nicht. Auf beide entfallen rund 65 Cent an Energiesteuer (Diesel: 47 Cent) plus 19 Prozent Mehrwertsteuer. „Muss mehr Ethanol beigemischt werden, um die Klimaziele zu erreichen, steigen die Kosten“, sagt von Gersdorff. Nachhaltiger Kraftstoff ist teurer als normaler.

Bisweilen ist E10 sogar teurer

Angefangen mit der Preisangleichung hat offenbar Marktführer Aral, andere haben nachgezogen. Shell beobachtet und setzt bislang auf verschiedene Preise. Laut ADAC ist Super aktuell im Bundesdurchschnitt 0,5 Cent teurer als E10. Bei einigen Anbietern koste sogar Letzteres mehr.

Der Einkaufspreis für Kraftstoffe sei international, sagt Ziegner. E10 sei auch deswegen teurer geworden, da Dänemark und Ungarn als neue Nachfrager für Biokraftstoffe hinzugekommen seien. Über die Höhe der bisherigen Beimischung von Ethanol gibt es keine offiziellen Daten. Es sei aber anzunehmen, dass die „bis zu“- Regel mehr ausgereizt werde, sagt Ziegner. Vor allem bei E5 mit den hohen Absatzanteilen sei damit die Erfüllung der neuen Verpflichtung einfacher. Vielleicht ist E10 nur noch unwichtiger geworden?

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Papon, Kerstin
Kerstin Papon
Redakteurin in der Wirtschaft.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.