Trotz Corona-Krise

Weihnachtsgeld steigt für Tarifbeschäftigte

11.11.2020
, 10:02
Trotz Corona-Krise steigt auch 2020 das Weihnachtsgeld. Allerdings ist es auch nicht so leicht zu streichen. Doch längst nicht jeder bekommt es.

Fast neun von zehn Tarifbeschäftigten in Deutschland können sich in diesem Jahr auf ein Weihnachtsgeld freuen. Trotz Corona-Krise erhalten 87,4 Prozent diese Sonderzahlung, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. 2019 war der Anteil mit 86,9 Prozent etwas geringer. „Corona-bedingte Aufkündigungen von tarifvertraglich vereinbartem Weihnachtsgeld sind anhand der uns vorliegenden Informationen bislang nicht zu erkennen“, erklärte das Statistikamt. Auch die Höhe des Weihnachtsgeldes steigt, und zwar um 1,1 Prozent auf durchschnittlich 2661 Euro brutto.

Allerdings fällt die Zahlung in den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich aus. Tarifbeschäftigte in der Erdölgewinnung bekommen durchschnittlich 5910 Euro. Auch Rundfunkveranstalter (5509 Euro) und Energieversorger (4991 Euro) zahlen viel. Das geringste Weihnachtsgeld erhalten die Tarifbeschäftigten in der Arbeitsvermittlung und der Landwirtschaft mit 364 Euro und 493 Euro.

Unterschiede gibt es auch zwischen Ost und West. Während der Anteil der Tarifbeschäftigten mit Weihnachtsgeldanspruch in Ostdeutschland von 86,4 auf 90,0 Prozent gestiegen ist, verharrte er in Westdeutschland auf dem Vorjahresniveau von 87,0 Prozent. Im Westen werden im Durchschnitt 2684 Euro gezahlt, im Ostdeutschland 2503 Euro.

Die Destatis-Erhebung bezieht sich allerdings nur auf Tarifbeschäftigte. Da eine große Zahl von Arbeitnehmern in Deutschland außer Tarif arbeitet, erhalten gesamtwirtschaftlich etwa nur die Hälfte der Beschäftigten Weihnachtsgeld.

Dessen Streichung ist auch nicht ohne Weiteres möglich. Da es entweder auf vertraglicher Basis oder auch als sogenannte betriebliche Übung gezahlt wird, das heißt dass es drei Jahre nacheinander gezahlt wurde, entsteht ein Rechtsanspruch.

Weihnachtsgeld ist auch nicht mit dem 13. Monatsgehalt gleichzusetzen. Dies ist ein fester Gehaltsbestandteil, der auf jeden Fall gezahlt werden muss, einfach nur eine weitere Rate des Jahresgehalts.

Quelle: FAZ.NET
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