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Der richtige Plan, um im Alter „standesgemäß“ zu leben

Von Volker Looman
13.04.2021
, 06:13
Die finanzielle Gestaltung des Ruhestands ist angesichts magerer Zinsen eine Zumutung. Eine Sofortrente oder eine Wohnung zum Vermieten sind keine „Superlösungen“. Aber es gibt eine Alternative.

Das Alter sei kein beschaulicher Ausklang des Lebens, sondern eine wachsende Zahl kleiner Übel, bemerkte einmal der große Humorist Loriot. Das ächzende Verlassen des Taxis, das Zögern vor der letzten Treppenstufe, die Unauffindbarkeit des zweiten Mantelärmels und die deshalb zu Hilfe eilenden Jungdamen seien – summa summarum – schon eine Zumutung. Wie wahr, wie wahr! Und wenn ich noch etwas Öl ins Feuer gießen darf, dann will ich Sie darauf hinweisen, dass die finanzielle Gestaltung des Ruhestandes in Zeiten magerer Zinsen wirklich der Gipfel der Zumutung ist. Darf ich Ihnen diesen Befund am Beispiel eines „halben“ Millionärs, der in Wirklichkeit ein anderthalbfacher Millionär ist, vor Augen führen?

Der Gentleman ist 65 Jahre alt, die Lady ein Jahr jünger. Das Ehepaar wohnt in einem Eigenheim, das etwa 600.000 Euro wert ist, nach heutigen Maßstäben also nichts Verrücktes. Die gesetzliche Rente beträgt 2000 Euro im Monat, und wenn die Herrschaften wirklich wie von ihnen erwartet 90 Jahre alt werden, dann sind die 300 Renten bei einem Abzinsungssatz von 3 Prozent rund 425.000 Euro wert. Abgerundet wird das Vermögen durch Bargeld in Höhe von 500.000 Euro, so dass die Ruheständler die Sache drehen und wenden können, wie sie wollen. Sie sind anderthalbfache Millionäre, weil die Addition der drei Vermögenswerte zu einem Betrag von 1,525 Millionen Euro führt.

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Der Autor ist Finanzanalytiker in Berlin und Dresden.

Quelle: F.A.Z.
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