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Wohnpreisspiegel

Immobilienpreise steigen stärker als in Vorjahren

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Käufer müssen für Immobilien in Deutschland immer mehr Geld bezahlen. Der Preisanstieg bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern habe sich im zweiten und dritten Quartal 2016 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum noch beschleunigt, teilte der Immobilienverband IVD am Dienstag in Frankfurt mit.

Vor allem in den Großstädten klettern die Immobilienpreise demnach rasant. Laut dem Wohnpreis-Spiegel des Verbands verteuerten sich Eigentumswohnungen im Bestand mit mittlerem Wohnwert um gut 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im vergangenen Jahr hatte die Rate in diesem Segment bei knapp 5 Prozent gelegen. Die Preise für Einfamilienhäuser stiegen zudem um 4,2 Prozent nach 3,1 Prozent im Vorjahr. Auch die Preise für Objekte mit gutem Wohnwert und viele Neubauten legten zu. „In allen Segmenten kommt es derzeit zu einer deutlich stärkeren Preissteigerung“, hieß es in der Studie.

Wohnen in der Hauptstadt
Mieter in Berlin leiden unter Zuzug und steigenden Preisen
© dpa, Deutsche Welle

Am stärksten wuchsen die Preise in Metropolen. In Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern verteuerten sich Bestandswohnungen mit mittlerem Wohnwert um 9,4 Prozent und Einfamilienhäuser um knapp 6 Prozent. Im Vorjahr waren es 7,5 Prozent respektive 4,8 Prozent. Eigentumswohnungen im Bestand mit einem hohen Wohnwert waren sogar noch begehrter - hier stiegen die Preise in den Großstädten um fast 12 Prozent. Damit setze sich der 2010 begonnene Preisanstieg auch in diesem Jahr ungebrochen fort, hieß es vom IVD.

Frankfurt und München sind Spitzenreiter

Die höchsten Preissprünge unter den zehn größten deutschen Städten hat Frankfurt zu verzeichnen. In der Mainmetropole verteuerten sich Eigentumswohnungen im Bestand mit mittlerem Wohnwert um knapp 19 Prozent auf durchschnittlich 2200 Euro pro Quadratmeter. Die höchsten Durchschnittspreise finden sich in München. Auch dort hat ein Preisanstieg von 7,7 Prozent stattgefunden. Aktuell liegt in München der Durchschnittspreis für eine Bestandswohnung mittleren Wohnwerts bei 4200 Euro pro Quadratmeter.

"Ein wichtiger Grund dafür ist die Wohnraumknappheit. Immer mehr Menschen zieht es in die Metropolen. Trotz allgemein gestiegener Bauaktivitäten gibt es eine ausgeprägte Unterversorgung im Angebot – bei immer größer werdender Nachfrage", kommentiert Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD. Die Politik habe viel zu spät auf die sich andeutende Wohnraumknappheit reagiert. "Die Folgen dieses verschleppten Wohnungsbaus spiegele sich in den gestiegenen Preisen wieder", so Schick weiter. Laut IVD müsse Wohneigentum stärker gefördert werden. Die hohe Liquidität im Markt, die dringend Anlagemöglichkeiten sucht, sei ein weiterer Grund für die Preisanstiege. Getrieben von der Zinspolitik der EZB seien alternative Anlagemöglichkeiten unattraktiv geworden, so dass es einen noch größeren Nachfragedruck auf den Kaufmarkt gebe.

Im Segment der Neubauwohnungen, also erst bezogene Wohnungen, bleibt der Preistrend im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hingegen relativ stabil. Hier sind im deutschlandweiten Durchschnitt Preissteigerungen von 6 Prozent bei Neubauwohnungen zu verzeichnen. Im Vorjahreszeitraum lag der Durchschnitt der Preissteigerungen ebenfalls bei 6 Prozent.

Obwohl die Preise für Wohnungen und Häuser immer mehr steigen, sind sie im Moment laut IVD-Index so erschwinglich wie nie. Der Indikator gibt Auskunft darüber, inwieweit sich ein durchschnittlicher Haushalt den Immobilienkauf leisten kann. Was widersprüchlich klingt, erklärt sich unter anderem aus dem historischen niedrigen Zinsniveau, das Baukredite besonders günstig macht, und aus den vergleichsweise stark gestiegenen Löhnen.

Für die Studie hat der Verband Immobilienpreise in rund 370 Städten und Gemeinden bundesweit ausgewertet. Der IVD vertritt nach eigenen Angaben Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständige.

Quelle: dpa/IVD/ancs
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