Immobilienboom

Steigende Mieten plagen Senioren

28.06.2019
, 14:29
Ältere Menschen müssen laut einer Studie immer größere Teile ihres Einkommens für Mieten und Nebenkosten zahlen.

Immer mehr ältere Menschen leiden unter zu hohen Kosten für ihre Wohnung. Das berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe und stützt sich dabei auf eine repräsentative Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die kommende Woche veröffentlicht wird. Die DIW-Wissenschaftler haben die Wohnkosten von Haushalten untersucht, in denen mindestens ein Bewohner lebt, der 65 Jahre alt oder älter ist.

Laut dem Bericht ist der Anteil der Seniorenhaushalte, die für Miete plus Nebenkosten 30 Prozent ihres Nettoeinkommens oder mehr benötigen, zwischen 1996 und 2016 von 38 auf 63 Prozent gestiegen. Der Anteil der untersuchten Haushalte, bei denen diese Quote im Jahr 2016 sogar 40 Prozent oder mehr betrug, liegt bei 38 Prozent.

„Wer so viel Geld für seine Wohnung aufwendet, muss sich anderweitig oft stark einschränken und läuft Gefahr, sich zu überschulden, wenn seine Miete weiter erhöht wird“, sagt Markus Grabka, einer der Autoren der Studie dem Magazin. Das gelte vor allem für Senioren mit niedrigen Einkommen. Senioren mit höheren Einkommen lebten dagegen oft in einer abbezahlten eigenen Immobilie.

Wer im Eigentum wohnt, musste 2016 im Alter durchschnittlich nur rund 15 Prozent seines Einkommens dafür ausgeben. Dabei gibt es auch eine gute Nachricht: Die Zahl der Senioren, die in den eigenen vier Wänden leben, hat der Studie zufolge zugenommen. Wohnten 1996 noch etwa 56 Prozent der Haushalte mit Personen ab 65 Jahren zur Miete, waren es 2016 nur noch 45 Prozent.

Der Immobilienboom in den Ballungszentren trifft Personen mit geringen Einkommen relativ stark. Denn sie leben oft in Gebäuden, die saniert werden, sodass anschließend die Mieten steigen.

Quelle: FAZ.NET
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