Trotz Brexit

Londoner Luxusimmobilien sind sehr gefragt

Von Kerstin Papon
06.11.2019
, 15:42
Die politische Unsicherheit rund um den Brexit belastet auch den Markt für Häuser und Wohnungen. Doch gerade wenn es um Luxusimmobilien geht, sieht das anders aus.

Das im Umfeld des geplanten Austritts Großbritanniens aus der EU (Brexit) insgesamt schwächere Pfund hat vielerlei Folgen, auch wenn es sich zuletzt etwas erholt hat. Am Mittwoch betrug der Kurs rund 0,86 Pfund je Euro, vor dem Referendum im Juni 2016 waren es dagegen noch 0,77 Pfund. Für die Briten macht die Schwäche der eigenen Währung zum Beispiel Importe teurer, Käufer aus dem Ausland hingegen werden begünstigt.

So belastet laut einer Analyse des Beraters Knight Frank die politische Unsicherheit zwar die Transaktionen mit Immobilien insgesamt, während die Nachfrage nach Luxusimmobilien in London wachse. Vor allem besonders hochwertige Käufe nähmen zu, da vermögende Privatpersonen, die sich für die Stadt interessierten, die Pfund-Schwäche nutzten. Auffällig sei eine starke Nachfrage aus Asien.

Demnach haben Immobilienkäufer in der britischen Hauptstadt von Juni 2018 bis Mai 2019 rund 2,06 Milliarden Pfund für besonders hochwertige Luxusimmobilien ausgegeben. Darunter versteht der Immobilienberater Knight Frank Häuser und Wohnungen in einem Wert von jeweils mehr als 10 Millionen Pfund. Im Jahr davor seien es 2,05 Milliarden Pfund gewesen. Vor allem aber hätten zuletzt 16 Transaktionen in einem Volumen von jeweils 30 Millionen Pfund oder mehr stattgefunden, verglichen zu elf im Jahr davor. Besonders beliebt ist demnach Mayfair.

Unterdessen werden die Käufer dieser erlesenen Luxusherbergen offenbar immer jünger. Bis September 2019 seien drei Viertel der Käufer von Super-Luxusimmobilien weniger als 50 Jahre alt gewesen. Im Jahr 2015 habe dies noch für nicht einmal die Hälfte gegolten, im Jahr 2017 für noch weniger.

Als Grund dafür nennt Knight Frank die hohen Verdienste vor allem im Technologiebereich und die Tatsache, dass viele ältere Wohlhabende Geschäfte und Anlagen an die jüngere Generation weitergäben. Knight Frank hat den Hauptsitz in London und beschäftigt auf 60 Märkten mehr als 19.000 Mitarbeiter.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Papon, Kerstin
Kerstin Papon
Redakteurin in der Wirtschaft.
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