Wohnärger

Lärm stört Deutsche überall

Von Kerstin Papon
11.11.2020
, 13:29
Viele Deutsche sind offenbar mit ihrer Wohnsituation zufrieden. Sie fühlen sich ähnlich wohl, ob sie nun in der quirligen Stadt oder auf dem ruhigeren Land leben. Doch es gibt Ausnahmen.

So manchen zieht es raus auf das Land und in die Natur. Andere lieben das enge, aber quirlige und bunte Stadtleben. Eine repräsentative Umfrage des Maklers Homeday zeigt, dass Stadtbewohner hierzulande trotz offenbar schlechterer Bedingungen mit ihrer Wohnsituation fast genauso zufrieden sind wie Landbewohner. Dies jedenfalls sagen je gut 80 Prozent der vom Meinungsforscher Yougov Befragten.

Städter seien offenbar mit weniger zufrieden als Menschen auf dem Land, folgert Homeday-Chef Steffen Wicker. In den Städten wendeten viele mehr Geld für Wohnen auf und bekämen zugleich deutlich weniger dafür. 45 Prozent der Stadtbewohner gaben an, dafür mehr als 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens auszugeben, auf dem Land sagte das nicht einmal ein Drittel. Vielleicht wiegen aber auch einige Vorteile schwer wie kurze Wege zur Arbeit oder vielfältige Kultur- und Bildungsmöglichkeiten.

Für viel Unzufriedenheit sorgt in beiden Gruppen Lärm. Während sich Stadtbewohner mit im Durchschnitt 29 Prozent daran am meisten stören, sehen ihn die auf dem Land Lebenden auf Platz drei (19 Prozent) – Rasenmäher oder Motorsägen zur Unzeit, der zuverlässig im Morgengrauen laut krähende Hahn oder quakende Frösche im Gartenteich nebenan lassen grüßen. Vielen Städtern ist allerdings in der Tat auch die Wohnung zu klein (27 Prozent), oder sie vermissen einen Außenbereich (20 Prozent). Auf dem Land führt der schlechte Zustand der Wohnung (21 Prozent) unter den Störfaktoren, gefolgt vom Ärger mit dem Nachbarn, der vielleicht nicht nur zu laut ist.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Papon, Kerstin
Kerstin Papon
Redakteurin in der Wirtschaft.
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