Debeka, Hanse Merkur und HUK

Lebensversicherungsvereine sind recht gesund

Von Philipp Krohn
03.12.2021
, 17:28
Die Unternehmenszentrale der Hanse Merkur steht in Hamburg in unmittelbarer Nähe zur Außenalster.
Laut einer neuen Untersuchung schlagen sich Lebensversicherer nicht schlecht. Trotz des Negativzinses erwirtschaften sie für ihre Kunden Erträge. Ein Anbieter überrascht in einem neuen Ranking.
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Die deutsche Lebensversicherung hat seit Jahren schlechte Schlagzeilen. Der Niedrigzins, der die Renditen mindert, die Zinszusatzreserve, die zur Absicherung von Garantien nötig ist, und die hohen Vertriebskosten lassen die Branche in ungünstigem Licht erscheinen.

Der Betriebswirt Hermann Weinmann aber, der Jahr für Jahr die Branche durch einen Bilanzcheck transparenter macht, widerspricht dieser Sichtweise. „Die deutsche Lebensversicherung ist kein Krisen- oder Sanierungsfall, sondern präsentiert sich als etwas unruhiger, aber sicherer Hafen.“

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Aktuell hat er die größten zwölf Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit durchleuchtet. Sie unterscheiden sich von den großen Konzernen dadurch, dass sie ihren Mitgliedern gehören, die gleichzeitig Kunden sind. Ihre Mehrzahl sei in einer guten bis sehr guten betriebswirtschaftlichen Verfassung, schreibt er in der Analyse, die an diesem Mittwoch in der „Zeitschrift für das Versicherungswesen“ veröffentlicht wird.

Die Hanse Merkur hat sich auffällig entwickelt

Besonders auffällig hat sich die Hanse Merkur entwickelt. Der Hamburger Versicherer ist eigentlich im Schwerpunkt in der privaten Krankenversicherung aktiv, hat aber sein Prämienvolumen in der Lebensversicherung innerhalb von zehn Jahren von 161 auf 651 Millionen Euro gesteigert. Zwar hatte das Unternehmen noch für das Geschäftsjahr 2017 angegeben, die schwankungsanfälligen Einmalbeiträge stark zurückgefahren zu haben.

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Doch der jüngste Aufschwung geht nun wiederum genau auf solche Einmalbeiträge zurück, die seit Jahren die Branche durcheinanderwirbeln, weil Verbrauchern attraktive Anlagemöglichkeiten fehlen und sie somit zum Teil kurzfristiger ihre Mittel anlegen, als es in der Lebensversicherung früher üblich war.

Die Hanse Merkur hatte in der Branche auch mit der Strategie in der Krankenversicherungssparte einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Hier hatte der Vorstand lange Zeit auf günstige Einsteigertarife für Selbständige gesetzt. Anders als bei Wettbewerbern hat sich bislang aber noch nicht herausgestellt, dass diese Tarife zu niedrig bepreist waren.

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Bei der ersten Teilnahme in der Untersuchung gleich auf Platz 3

Und auch in der Lebensversicherung stellt Weinmann dem Unternehmen ein gutes betriebswirtschaftliches Zeugnis aus. Mit einem sehr starken Ergebnis in dieser Kategorie und einem guten Ergebnis in der Verbrauchernote landet die Hanse Merkur bei der ersten Qualifikation unter den größten zwölf auf Platz drei.

Davor stehen die LV 1871 und die Hannoversche Leben, die auch schon in den Vorjahren durch gute Ergebnisse aufgefallen sind. Allerdings werde der Erfolg der Hannoverschen dadurch relativiert, dass die Lebensversicherungssparte vom Risikoleben-Geschäft und nicht von der Altersvorsorge dominiert werde. Auch Alte Leipziger, Gothaer, Debeka und Continentale kommen noch auf gute Ergebnisse.

Beträchtliche Unterschiede lassen sich in dem Ranking mit niedrigen Kosten erzielen. Sowohl eine niedrige Verwaltungs- als auch eine geringe Abschlusskostenquote schlagen sich stark im Ergebnis nieder. In diesem Kriterium heben sich die Debeka und die Hanse Merkur, mit Abstrichen auch die Hannoversche Leben und die HUK-Coburg von ihren Wettbewerbern ab.

Quelle: F.A.Z.
Philipp Krohn  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Philipp Krohn
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
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