FAZ plus ArtikelEthisch korrekte Banken

Ein Konto fürs gute Gewissen

Von Thomas Klemm
21.12.2020
, 13:34
Wer ethisch korrekt sparen möchte, kann zu einer ökologischen oder kirchlichen Bank gehen. Das hat aber – ähnlich wie bei Produkten im Bio-Laden – seinen Preis.

Mehr Deutsche denn je haben in den vergangenen Monaten auf Plastik vertraut. Sie haben an den Ladenkassen mit ihrer Bankkarte bezahlt, weil es kontaktlos und schnell vonstattengeht und in Corona-Zeiten hygienischer erscheint. Als Vorsichtsmaßnahme mag das Verhalten nachvollziehbar sein, nachhaltig ist es aber nicht. Denn fast alle der mehr als 150 Millionen Bank- und Kreditkarten hierzulande sind aus Plastik hergestellt, und irgendwann muss das ganze Zeug wieder entsorgt werden. Dass es auch anders geht, beweisen jene Banken, die sich als ethisch oder nachhaltig verstehen: Sie bieten Karten aus nachwachsenden Rohstoffen: aus Mais zum Beispiel oder aus österreichischem Kirschholz, wie von der sogenannten Smartphone-Bank Tomorrow neuerdings angeboten.

Die Holzkarte zum Bezahlen ist mehr als ein netter Gimmick für junge Klimaaktivisten. Sie ist limitiert und eine Art Statussymbol. Aber anders als eine schwarze Kreditkarte zeugt sie nicht vom Reichtum des Besitzers, sondern steht „für eine klimaneutrale Lebensweise und bewussten, nachhaltigen Konsum“, wie es Tomorrow-Mitgründer Inas Nureldin ausdrückt. „Außen wood – innen good“, werben die Smartphone-Banker für ihr Stück Holz, das einen Chip, einen Magnetstreifen und eine Mini-Antenne fürs Bezahlen enthält.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Klemm, Thomas
Thomas Klemm
Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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