<iframe src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Geldmarkt

Winziger Anstieg der Tagesgeldzinsen

Von Christian Siedenbiedel
 - 15:51

Die Deutsche Bundesbank hat erstmals seit Oktober 2015 wieder einen Anstieg der durchschnittlichen Tagesgeldzinsen in Deutschland verzeichnet. Einen entsprechenden Bericht der Unternehmensberatung Barkow Consulting hat eine Bundesbanksprecherin am Mittwoch bestätigt. Die Statistik zu diesem Thema wird allerdings verzögert veröffentlicht, der Zinsanstieg fand demnach von Oktober auf November statt und betrug 0,01 Prozentpunkte von 0,01 auf 0,02 Prozent – eine Erhöhung um 100 Prozent also auf winzigem Niveau.

Hintergrund sei wohl „ein Sondereffekt durch ein temporär begrenztes sehr hohes Zinsangebot eines wichtigen Spielers im deutschen Markt für Tagesgeld“, schreibt Barkow. Im betroffenen Zeitraum hatte etwa die ING (früher: ING Diba) vorübergehend auch Bestandskunden 1 Prozent auf Tagesgeld angeboten, garantiert für vier Monate. Das Angebot war mit der Einführung des neuen Markennamens (nur „ING“) begründet worden und ist mittlerweile aber schon wieder ausgelaufen.

Insgesamt sehen die Prognosen für die Tagesgeldzinsen in diesem Jahr aber düster aus. Die Banken werden zunehmend skeptischer, dass die Europäische Zentralbank (EZB) 2019 überhaupt die Zinsen erhöhen wird.. Viele Institute vertraten in einer F.A.Z.-Umfrage die Auffassung, dass selbst wenn die EZB die negativen Einlagenzinsen für Banken in Richtung null verschiebe, es für Sparer 2019 keine höheren Zinsen geben werde.

Die FMH-Finanzberatung schreibt in ihrer „Zinsvorschau 2019“ allerdings: „Ein wichtiges Signal wäre die Rücknahme des Negativzinses.“ Sobald dieser gestrichen würde, wären vermutlich erste Banken wieder bereit, mehr Zinsen auf Tages- und Festgeld zu zahlen. „Leider gab es dazu bislang keine Äußerung der EZB und so warten Finanzexperten und Anleger gespannt.“ Schließlich hätten Mitte Dezember lediglich 28 von 463 recherchierten Tagesgeldangeboten einen Zinssatz von auch nur wenigstens 0,1 Prozent geboten.

Das Internetportal Biallo nennt derweil unter den aktuell attraktivsten Angeboten für Neukunden die luxemburgische Advanzia Bank mit 1 Prozent, für drei Monate garantiert, die ING Deutschland mit 1 Prozent, für vier Monate garantiert, und die französische Renault Bank Direkt mit 0,7 Prozent, für drei Monate garantiert. Alle Angebote gelten indes nur für Neukunden. Bestandskunden erhalten demnach bei der Rabodirect mit 0,66 Prozent die höchsten Zinsen - allerdings auch das nur für neues Geld.

FAZ.NET komplett

Zugang zu allen exklusiven F+Artikeln und somit zur ganzen Vielfalt von FAZ.NET – für nur 2,95 Euro pro Woche

Mehr erfahren
Quelle: F.A.Z.
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenTagesgeldGeldmarktEZBDeutsche BundesbankDeutschlandZins