FAZ plus ArtikelAngst vor Abgeltungsteuer

Flucht aus dem Papiergold

Von Christian Siedenbiedel
19.09.2020
, 11:05
Während im August in aller Welt viel Geld in Gold-Wertpapiere floss, zogen deutsche Anleger ihr Erspartes ab. Als Grund dürfte die mittlerweile beendete Debatte um eine Goldsteuer eine Rolle gespielt haben.

Der August war für die Anbieter von Wertpapieren auf Gold in aller Welt mal wieder stark. Schon den neunten Monat in Folge verzeichneten die Exchange Traded Funds (ETF) und Exchange Trade Commodities (ETC) auf Gold, im Volksmund auch „Papiergold“ genannt, beeindruckende Zuflüsse. Um netto 38,8 Tonnen stockten sie ihre Bestände auf, rund 2,2 Milliarden Dollar flossen ihnen in nur einem Monat zu. Allerdings gibt es eine Ausnahme: In Europa zogen die Anleger Gold aus den Fonds ab – und zwar vor allem in Deutschland. 861 Millionen Euro flossen allein hierzulande aus Fonds ab, wie die Branchenorganisation „World Gold Council“ berichtet. „Germany“ sei beim Gold mal wieder die Ausnahme – diesmal der Spitzenreiter beim Verkaufen.

Zu den drei großen deutschen Fonds, die deutliche Abflüsse hatten, gehörte Xetra Gold. Das bekannte Produkt der Deutschen Börse Commodities, einer gemeinsamen Tochtergesellschaft der Deutschen Börse und mehrerer Banken, hatte der Statistik zufolge im August Abflüsse von umgerechnet 314 Millionen Dollar. Die Goldbestände in den Tresoren, die in großen Barren zu 12,5 Kilogramm gehalten werden, wurden innerhalb eines Monats von 227 auf 220 Tonnen verkleinert.

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Christian Siedenbiedel - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
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