Der Steuertipp

Häuser richtig vererben

Von Susanne Hüttemann
18.10.2018
, 15:17
Unter bestimmten Bedingungen müssen nahe Angehörige keine Steuern auf die geerbte Immobilie zahlen.
Wenn ein Hausbesitzer stirbt, können Ehegatte und Kinder das Eigenheim steuerfrei erben. Doch dafür müssen sie mindestens zehn Jahre in der Immobilie wohnen - und nach dem Todesfall unverzüglich einziehen, wie eine aktuelle Causa zeigt.
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Ein Familienheim kann steuerfrei vererbt werden. Der überlebende Ehegatte und seine Kinder erben es steuerbegünstigt, wenn sie es unverzüglich und für mindestens zehn weitere Jahre selbst nutzen. Bei vorzeitigem Auszug entfällt die Steuerbefreiung komplett rückwirkend.

Die unverzügliche Selbstnutzung spielt für die Steuerfreiheit eine zentrale Rolle. Dies musste jüngst eine Erbin erfahren, deren Vater verstarb und ihr sein von ihm selbst bewohntes Einfamilienhaus hinterließ. Die Selbstnutzung durch die steuerpflichtige Erbin und ihre Familie wurde erst nach umfangreichen Renovierungs- und Umbauarbeiten rund 23 Monate nach dem Erbfall aufgenommen.

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Das Finanzgericht Nürnberg hat mit Urteil vom 4. April 2018 in diesem Fall entschieden, dass die Selbstnutzung der sanierten Immobilie durch die steuerpflichtige Erbin nicht unverzüglich erfolgt ist. Die Entscheidung folgt damit der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, wonach eine unverzügliche Selbstnutzung auch vorliegen kann, wenn die Selbstnutzung des Objekts erst nach Ablauf von sechs Monaten nach dem Erbfall aufgenommen wird. Allerdings nur, wenn die Überschreitung dieser Frist nicht im Verantwortungsbereich des Erben liegt, zum Beispiel, wenn sich die Erbauseinandersetzung verzögert.

Zwar ist die Entscheidung im vorliegenden Fall rechtskräftig, jedoch ist noch ein anderes Revisionsverfahren beim Bundesfinanzhof anhängig, das sich mit der Auslegung der Begriffe „zeitnahe Erbauseinandersetzung“ und „unverzügliche Selbstnutzung des Familienheims“ befasst. Somit können auch diese künftigen Entscheidungen für betroffene Erben von Interesse sein.

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Wenn die Erben sanierungsbedürftiger Objekte die Steuerbefreiung des Familienheims nicht gefährden wollen, sollten sie die Nutzung als Familienwohnsitz spätestens innerhalb der Sechs-Monats-Frist beginnen, gegebenenfalls im vorläufig sanierten Zustand – und dies entsprechend dokumentieren, etwa durch die Anmeldung beim Bürgeramt oder den Schulwechsel von Kindern.

Quelle: F.A.S.
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