Rentenversicherung & Co.

Sozialbeitrag steigt 2021 um bis zu 500 Euro

Von Dietrich Creutzburg
04.09.2020
, 15:51
Das Bundesarbeitsministerium erhöht die Bemessungsgrenze für die Beiträge zur Sozialversicherung. Dadurch zieht der Staat mehr vom Gehalt der Gutverdiener ab. Auch für die Arbeitgeber steigen daher die Gehaltsnebenkosten.

Gutverdienende Arbeitnehmer müssen im kommenden Jahr bis zu 500 Euro mehr an Sozialbeiträgen zahlen. Entsprechend steigt außerdem die Abgabenbelastung ihrer Arbeitgeber. Das folgt aus der jährlichen Neufestlegung der Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung. Den zugehörigen Verordnungsentwurf für 2021 hat das Bundesarbeitsministerium nun fertiggestellt. Er liegt der F.A.Z. vor. Die Bemessungsgrenzen geben vor, bis zu welcher Höhe auf ein Gehalt Sozialversicherungsbeiträge abzuführen sind.

Die Bemessungsgrenze der Renten- und Arbeitslosenversicherung erhöht sich damit zum Jahreswechsel für Arbeitnehmer im Westen von bisher 6900 auf 7100 Euro im Monat. Im Osten steigt sie von 6450 auf 6700 Euro. Für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung gilt indes schon lange eine einheitliche Grenze; sie steigt nun um 150 Euro auf 4837,50 Euro.

Beschäftigte im Osten mit Gehältern von mindestens 6700 Euro müssen damit künftig auf weitere 250 Euro Arbeitnehmerbeiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen; zusammen 10,5 Prozent. Das sind monatlich 26,25 Euro oder 315 Euro im Jahr. Zudem fallen für gesetzlich Versicherte die Kranken- und Pflegebeiträge auf weitere 150 Euro ihres Gehalts an. Mit den heutigen Beitragssätzen wären das jährlich bis zu 171 Euro – und in der Summe folglich bis zu 486 Euro mehr im Jahr.

Wie hoch die Beitragssätze der Krankenkassen 2021 ausfallen, klärt sich freilich erst im Herbst. Wegen hoher Defizite könnten sie deutlich steigen. Die Bemessungsgrenzen werden indes jährlich anhand der durchschnittlichen Lohnentwicklung im Vorjahr neu berechnet.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Wirtschaftskorrespondent in Berlin.
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