Xetra-Gold oder Euwax Gold

Verkauf von Goldpapieren soll nun doch steuerfrei bleiben

Von Mark Fehr
04.09.2020
, 12:17
Die deutliche Kritik nicht nur aus der Finanzindustrie hat offenbar gewirkt: Die Bundesregierung hat den umstrittenen Plan des Finanzministeriums zu den Akten gelegt, Goldpapiere zu besteuern.

Die Bundesregierung ist vom Plan des Bundesfinanzministeriums abgerückt, auf Gold und anderen Edelmetallen basierende Wertpapiere der Abgeltungsteuer zu unterwerfen. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Regierungsentwurf für das Jahressteuergesetz 2020 hervor. Dieser enthält, anders als der ursprüngliche Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums, keinen Hinweis mehr auf die Besteuerung von Wertpapieren, die Anlegern die Lieferung von Edelmetallen wie Gold verbriefen.

Demnach bleibt es dabei, dass börsengehandelte Goldpapiere wie Xetra-Gold oder Euwax Gold II nach Ablauf der Spekulations- und Haltefrist von zwölf Monaten steuerfrei verkauft werden können.

Der nun offenbar zu den Akten gelegte Besteuerungsplan des Bundesfinanzministeriums für Goldpapiere war durch einen Bericht der F.A.Z. bekannt geworden (F.A.Z. vom 24. Juli). Unter anderem aus der Finanzbranche wurde anschließend Kritik an der geplanten Gesetzesänderung laut – etwa seitens der Deutschen Börse als Mit-Emittentin der Schuldverschreibung Xetra-Gold oder seitens der Börse Stuttgart, die ein ähnliches Wertpapier namens Euwax Gold II emittiert.

Bericht: Union hat Thema „rausverhandelt“

Eines der Argumente: Durch die Besteuerung börsengehandelter Goldpapiere könnten Anleger zur Abwanderung in intransparente Marktbereiche gezwungen werden.

Insbesondere für Privatanleger wäre es nicht mehr attraktiv gewesen, in diese börsengehandelten Edelmetallpapiere zu investieren. Hinzu kamen juristische Bedenken, da Urteile des Bundesfinanzhofs bisher die Steuerfreiheit von mit Edelmetallen besicherten Wertpapieren bestätigt hatten.

Die Besteuerung hätte zudem wohl zu einem unbeabsichtigten Konjunkturprogramm für den physischen Goldhandel geführt, obwohl die Kunden vor den Filialen von Degussa oder Pro Aurum angesichts steigender Goldpreise und wirtschaftlicher Verunsicherung ohnehin schon oft Schlange stehen.

Offenbar haben auch diese Argumente mit dazu geführt, dass die Bundesregierung von den Besteuerungsplänen abgerückt ist. Laut einem Bericht des „Manager Magazins“ ist das den Unionsparteien in der Großen Koalition zu verdanken. Sie sollen das Thema gegen die SPD aus dem Gesetzentwurf „rausverhandelt“ haben.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Fehr, Mark
Mark Fehr
Redakteur in der Wirtschaft.
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