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Versicherungskunden vertrauen der Provision

Von Philipp Krohn
23.03.2021
, 14:50
In der Finanzkrise wurden sie als Ausweg aus der interessengeleiteten Finanzberatung gepriesen. Doch der Versicherungsmarkt für Nettotarife wächst nur sehr langsam. Anbieter sehen trotzdem den Durchbruch gekommen.

Vor einem Jahrzehnt begann die verbraucherpolitische Aufarbeitung der Finanzkrise. Wissenschaft und Politik führten die zum Teil schweren Schädigungen von Bankkunden unter anderem auf eine falsche Anreizwirkung zurück. Für eine Weile galt die Honorarberatung als ein attraktiveres und verbraucherfreundlicheres Vergütungsmodell als die Provision. Doch damit Vermittler statt produktbezogen bedarfsgerecht beraten, musste es auch provisionsfrei kalkulierte Versicherungstarife geben.

In einer kleinen Nische haben sie sich etabliert, die Erwartungen für die Zukunft sind verhalten optimistisch, doch einen echten Nachfragedruck auf die Anbieter gibt es nicht. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der beiden Versicherungsprofessoren Matthias Beenken (FH Dortmund) und Heinrich Schradin (Uni Köln). „Der Markt der Honorarberatung ist damit so klein, dass er sich nur für wenige kleine Anbieter lohnen dürfte“, schreiben sie. Für große Lebensversicherer wie Allianz oder Ergo mit ihren eigenen Ausschließlichkeitsvertretern fehle es an Anreizen, das Modell zu ändern.

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Quelle: F.A.Z.
Philipp Krohn  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Philipp Krohn
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
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