FAZ plus ArtikelIndividuelle Kontogebühren

Volksbanken ziehen die Zügel an

Von Oliver Schmale und Christian Siedenbiedel
23.08.2020
, 12:11
Das Monatsentgelt fürs Girokonto hängt davon ab, wie viel die Bank sonst noch so an einem verdient: Das scheint ein neuer Trend zu sein. Verbraucherschützer sind nicht begeistert.

In Stuttgart ist die Aufregung groß. Die örtliche Volksbank stellt ihre Girokonten um. Viele Bankkunden, die bislang keine monatliche Gebühr für die Kontoführung zahlen mussten, sollen in Zukunft ein Entgelt zahlen müssen. Und zwar in Abhängigkeit davon, welche anderen Geschäfte sie über die Bank sonst noch so abwickeln – wie viel die Bank also sonst noch so an ihnen verdient. Das scheint ein Trend in ganz Deutschland zu sein: Nicht nur die Höhe des monatlichen Gehaltseingangs hat Auswirkungen auf die Höhe der Kontoführungsgebühr. Auch die Frage, ob man bei der Bank noch ein Depot hat, eine Baufinanzierung oder sonst irgendeine gutbezahlte Dienstleistung. Nicht nur Genossenschaftsbanken setzen auf dieses Prinzip, auch manche Sparkasse und Privatbank, wie die FMH-Finanzberatung in Frankfurt und die Internetplattform Check 24 berichten.

Die Kontoführungsgebühr wird damit gleichsam individualisiert. Für jeden wird der Preis anders. Und seine Höhe ist nicht mehr von der Bank vorgegeben, sondern kann durch das Verhalten des Bankkunden maßgeblich beeinflusst werden. „Hausbankprinzip“ nennen die Banken die Idee hinter diesem Konstrukt gern. Das Ziel: Kunden stärker an sich zu binden. Der Bankkunde soll nicht nur mit dem Girokonto bei ihnen sein, sondern auch möglichst viele andere Bankprodukte von ihnen nutzen.

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Quelle: F.A.Z.
Christian Siedenbiedel - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
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