FAZ plus ArtikelNeue Klimagesetze ab Januar

Was kostet mich mein CO2-Ausstoß?

Von Dyrk Scherff
26.12.2020
, 19:58
Vom 1. Januar an bezahlen wir für den CO2-Ausstoß von Heizungen und Autos. Das kann ein paar hundert Euro im Jahr kosten. Doch es gibt auch Profiteure.

Lange wurde darüber verhandelt, jetzt wird es ernst: Zum 1. Januar treten wichtige Teile der Klimabeschlüsse vom vergangenen Jahr in Kraft und werden das Heizen und Autofahren teurer machen. Denn für jede Tonne des klimaschädlichen Kohlendioxids, das Wohnungen und der Verkehr verursachen, müssen Vermieter und Immobilienbesitzer sowie die Tankstellen bezahlen. Sie werden die Kosten aber an die Autofahrer und über die Nebenkostenabrechnung an die Mieter weitergeben. Mit den eingenommenen Milliarden werden die Bürger an anderer Stelle entlastet – steuerlich und im Falle von Bedürftigen durch ein höheres Wohngeld. Zudem sollen Förderprogramme die energetische Sanierung unterstützen. Manch einer hat dann durch die Klimagesetze sogar mehr Geld als vorher im Geldbeutel.

Es wird also Gewinner und Verlierer der Beschlüsse geben. Die Auswirkungen sind 2021 noch überschaubar, wachsen aber stetig. Denn der Preis für den CO2-Ausstoß steigt jedes Jahr. Anfangs kostet eine Tonne CO2 zunächst 25 Euro, 2025 schon 55 Euro. Danach soll sich der Preis in einem nationalen Emissionshandel abhängig von der Nachfrage entwickeln. Für 2026 ist dabei maximal ein Preis von 65 Euro je Tonne erlaubt, danach gibt es keine Begrenzung. Durch eine stärkere Reduzierung der handelbaren CO2-Zertifikate könnte die Politik dann den Preis in die Höhe treiben. Ein solches Handelssystem gibt es europaweit seit einigen Jahren schon für die Emissionen von Industrieanlagen und den europäischen Flugverkehr.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Scherff, Dyrk
Dyrk Scherff
Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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