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FAZ plus ArtikelSprechstunden für Anleger

Wieso Finanzberatung in staatliche Hände gelegt werden sollte

Von Volker Looman
Aktualisiert am 25.02.2020
 - 07:09
Finanzdienstleister sollten zu ihren Kunden dasselbe Verhältnis pflegen, wie Ärzte zu ihren Patienten.
Medikamentenhersteller dürfen ihre Arzneien nicht selbst verschreiben. Warum dürfen es Banken? Unser Experte meint: Eine objektive Finanzberatung wäre der sinnvollste Schutz vor Räubern und Wegelagerern.

Fachleute wissen seit Jahr und Tag, dass sich Anleger, die sich mit 25.000 oder 50.000 Euro in eine Bank wagen, auf einiges einstellen müssen. Weil sie für die Institute kleine Fische sind, wird über Wünsche und Ziele, wenn es lange dauert, eine Viertelstunde lang gesprochen, der Rest dient der Vorstellung weniger Finanzprodukte. Über Gebühren und Kosten wird nicht viel geredet, sondern auf das Kleingedruckte in den Prospekten verwiesen. Nach einer Dreiviertelstunde sind solche Gespräche zu Ende, und es ist egal, ob die Privatleute mit oder ohne Protokoll nach Hause gehen. In vielen Fällen sind die Kunden hilfloser, ratloser und unsicherer als zuvor. Ging Ihnen das auch schon so?

Die Verwirrung hat handfeste Ursachen. In dieser Kurzform ist gute Anlageberatung nicht möglich, gleichgültig wie hoch der Anlagebetrag ist. In allen Fällen sind zwei bis drei Gespräche notwendig, weil ordentliche Arbeit einfach Zeit kostet. Dazu sind aber weder Banken noch Kunden bereit. Das ist der Hauptgrund für die schlechte Qualität der Beratung, die in Wirklichkeit ein Verkaufsgespräch ist. An diesem Zustand haben Beipackzettel und Beratungsprotokolle nichts geändert. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass dies anders wird, wenn der Gesetzgeber nicht endlich den Knüppel aus dem Sack holt.

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Quelle: F.A.Z.
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