Portfoliotheorie

Ertrag ist mehr als nur die Dividende

06.09.2001
, 01:07
Kursgewinne bringen Rendite
Wer bei Wertpapiererträgen an Dividenden oder Zinszahlungen denkt, greift zu kurz. Die „richtigen Brocken“ bringen Kursgewinne.
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Wer Geld anlegt, möchte auch eine Rendite erzielen. Eine positive und eine möglichst große natürlich. Wer dabei aber bei Aktien nur an die Dividende denkt oder bei Anleihen nur an den Kupon, der greift etwas zu kurz. Auch die Mieteinnahmen bei Immobilien dürften allein keinen großen Jubel auslösen. Und wie sieht es erst aus mit Dingen wie Edelmetallen, Edelsteinen oder gar Kunst?

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Die Lösung des kleinen Rätsels liegt in der Wertsteigerung. Während bei Anleihen für „Otto-Normalanleger“ der Kupon oder besser der Nominalzins noch eine Rolle spielen mag, so tut das bei Aktien die Dividende garantiert nicht. Sie ist bei der Mehrzahl der Aktien höchstens ein Zubrot zu der erwarteten Wertsteigerung, die sich bei erfolgreichen Unternehmen in Form von Kursgewinnen bemerkbar machen sollte.

Der Kursgewinn macht's

Gerade bei Gold ist das offensichtlich. Wer auch immer in das gelbe Metall investiert, alles worauf er hoffen kann, das ist ein steigender Goldpreis und sonst gar nichts. Hier gibt es keinen technologischen Fortschritt, keine steigende Produktivität oder neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die manchmal Biotechnologiewerte treiben können. Wie auch immer, wenn der Investor mit Gold einen Ertrag erzielen will, dann muss der Goldpreis steigen, welche Gründen auch dazu beitragen mögen.

Wie aber berechnet sich dann die Rendite? Sie ergibt sich allgemein als Gewinn, bezogen auf das eingesetzte Kapital. Die allgemeine Formel - ohne Berücksichtigung von Steuereffekten - lautet:

Rendite in Prozent = (Gewinn/eingesetztes Kapital) * 100

Hat also ein Anleger beispielweise 10.000 Euro angelegt und sein Investment ist nach einem Jahr genau 11.000 Euro wert, so beträgt sein Gewinn exakt 1.000 Euro. Die Rendite beläuft sich damit auf:

Rendite : (1.000/10.000) * 100 = 10 Prozent pro Jahr

Bei einer „Laufzeit“ der Anlage von genau einem Jahr ist die Renditeermittlung damit relativ einfach. Etwas komplizierter wird es jedoch, wenn der Anlagehorizont länger ist. Denn dann muss der so genannte Zinseszins-Effekt berücksichtigt werden. Dafür eignet sich die geometrische Renditeberechnung. Sie gibt die Antwort auf die Frage: welche jährliche Rendite ist erzielt worden, wenn ich am Anfang 10.000 Euro investiert habe und die Anlage nach genau vier Jahren einen Gegenwert von 15.000 Euro erreicht hat: nämlich 10,67 Prozent.

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Renditen sind nur unter identischen Bedingungen vergleichbar

Ein großes Problem sowohl bei der Berechnung als auch beim Vergleich von Renditen ist die zeitliche Vergleichbarkeit. Ein Renditevergleich ist nur dann sinnvoll und sagt nur dann wirklich etwas aus, wenn sich die betrachteten Größen auf den gleichen Zeitraum beziehen. Insbesondere auch unterjährige Perioden machen eine Beurteilung schwieriger.

Fazit: Rendite ist mehr als nur die Ausschüttung einer Investition. Langfristig sind vor allem Kursgewinne interessant. Bei manchen Anlagen - wie etwa Gold - zählen ausschließlich Kursgewinne. Ein Renditevergleich hat nur dann Sinn, wenn er sich auf einen identischen Zeitraum bezieht und wenn eine gleichwertige Berechnungsmethode angewandt wurde.

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Quelle: @cri
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