Für Kleinanleger

Private Equity ab 500 Euro

Von Martin Hock
22.09.2022
, 15:59
Nicht Hardware, aber Software ist der Fokus des DRS-Private-Equity-Fonds, den es schon ab 500 Euro gibt.
Die Blockchain macht’s möglich: Jetzt kann man sich schon mit 500 Euro an Private Equity beteiligen. mehr Geld mitzubringen, ist aber auch hier nicht unbedingt von Nachteil.
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Geht es um die Blockchaintechnik, stehen Kryptoanlagen wie Bitcoin im Vordergrund. Für manche Beobachter liegt das wahre Potenzial aber nicht in diesen, sondern in anderen Anwendungen wie etwa der Tokenisierung von Vermögenswerten. Diese Tokenisierung bedeutet nichts anderes als die feinste Aufteilung des Eigentums an Vermögenswerten. Die Blockchain macht dies gegenüber herkömmlichen Verfahren vergleichsweise unaufwendig. Das eröffnet Kleinanlegern Zugang zur Anlageklassen, in denen bislang hohe Zugangsschwellen ihnen diesen verwehrten. Zu den aktivsten Häusern in diesem Geschäft gehört die Hamburger Finexity. Hatte diese mit Immobilien begonnen, kam alsbald ein Siebdruck von Andy Warhol dazu, ein Chateau Lafitte, rosa Diamanten oder Oldtimer.

Jetzt gibt es von Finexity noch einmal ein ganz anderes Angebot. Gemeinsam mit dem Software-Investor DRS bietet man nun erstmals einen Private-Equity-Fonds auf tokenisierter Basis an. Das bedeutet, dass Anteile schon ab 500 Euro gezeichnet werden können. Bislang mussten Anleger in der Regel 10.000 Euro für einen Dachfonds, zumeist aber wenigstens 200.000 Euro für andere Investmentformen mitbringen.

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Software im Blick

Der DRS Opportunity Fund soll drei bis fünf gründergeführte Softwareunternehmen übernehmen und durch gezielte Maßnahmen für strategische Käufer weiterentwickeln. Bisher hatte das fünfköpfige DRS-Gründerteam hauptsächlich eigenes Geld investiert. Auch jetzt werden diese sich mit einem signifikanten Eigenkapitanteil an den Investitionen beteiligen, heißt es.

Einige der Gründer sind als Partner des Münchner Private-Equity-Investors Perusa bekannt, wo sie vor einigen Jahren rund um den angeschlagenen Tierbedarfs-Hersteller Karlie in Erscheinung traten. Der geschäftsführende DRS-Partner Andreas Spiegel war damals dort Geschäftsführer. Laut Informationsblatt haben die DRS-Partner in den vergangenen 30 Jahren in verschiedenen Tätigkeiten mit 35 Transaktionen eine Wertsteigerung um das Vierfache erzielt.

Der Fonds soll ein Volumen von brutto 25 Millionen Euro haben, vier bis sechs Jahre investieren und insgesamt zehn bis zwölf Jahre lang laufen. Wer mit weniger als 25000 Euro dabei ist Komma muss mit etwas ungünstigeren Konditionen leben. So beträgt die Gewinnbeteiligung nur 80 Prozent und schon ab eine Verzinsung von 1 Prozent erhält die Emittentin eine erfolgsabhängige Vergütung. Beide Werte steigen mit der Einlagesumme, ab 2,5 Millionen Euro gibt es die Bedingungen auf Anfrage.

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Erzielen soll der Fonds eine Wertsteigerung von mehr als dem Dreifachen oder eine interne Verzinsung von mehr als 25 Prozent. Dabei ist allerdings zu beachten, dass dies nicht mit der Verzinsung etwa einer Anleihe vergleichbar ist. Da die Höhe des investierten Kapitals schwankt und die Rückflüsse unterschiedlich hoch ausfallen, gilt diese Berechnungsmethode was als bestmögliche und ist international üblich. Ihre große Schwäche aber ist, dass unterstellt wird, das alle Erträge zum gleichen Zinssatz wieder angelegt werden und dadurch die berechnete Rendite gar nicht erzielt werden kann, so dass der tatsächliche Ertrag in der Regel geringer ist, meist deutlich.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Hock, Martin
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft.
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