Rentenmarkt

Anleihen von Banken als gute Anlageidee

Von Martin Hock
06.07.2022
, 19:23
Bankanleihen könnten in der derzeitigen Marktlagen eine rentable Investitionsmöglichkeit bieten.
Was bei vielen unbeliebt ist, ist für Spezialisten oft interessant. Die Nordix AG setzt auf Nachrangpapiere von Finanzinstituten.
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Anleihen waren schon einmal beliebter. Erst hatte die Niedrigzinspolitik der Notenbanken ihre Renditen ins Bodenlose fallen lassen. Es blieb Spezialisten unter den Vermögensverwaltern überlassen, Lösungen zu finden. Einer davon ist die Hamburger Nordix AG. Mit ihren Fonds verfolgt sie spezielle Strategien, etwa das Ausnutzen von Bewertungsunterschieden mittels Zins- und Kreditderivaten. Jetzt aber haben sich die Verhältnisse zu ändern begonnen, sagt Jens Franck, Leiter des Portfoliomanagements. „Endlich agieren die Notenbanken, wobei immer noch die Frage ist, ob gerade die EZB die eigentlichen Ursachen, also den Angebotsschock durch Krieg und Pandemie, bekämpfen kann.“

Wie weit die Zinsen noch steigen werden, ist sich Franck nicht sicher. Das liege am Dilemma zwischen rezessiven Tendenzen und einem neuen Inflationsgleichgewicht. Klar sei, dass die Disinflation genauso Geschichte sei wie die extrem niedrigen Zinsen. Letzteres habe durchaus positive Effekte für die Finanzwirtschaft, etwa für Versicherungen, die wegen höherer Diskontsätze weniger Kapital zurücklegen müssten. Für Banken komme es dagegen nicht nur auf die steigenden Zinsen an, sondern auch auf eine steilere Zinsstrukturkurve. Ihr Geschäft ist ja die Fristen­transformation: billig kurzfristig leihen und teuer langfristig verleihen.

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Franck hält die Banken für gut aufgestellt. „Die Banken waren schon Anfang 2020 nicht mehr Teil des Problems, auch wenn sie wie alle Unternehmen aus saturierten Branchen vor einigen Herausforderungen stehen.“ Aber ihre Zinsergebnisse etwa hätten sich zuletzt deutlich verbessert. Vor allem Nachranganleihen böten gute Chancen. „Natürlich bringt das Konstrukt Nachranganleihe ein grundsätzliches Risiko mit sich. Aber es kommt im Endeffekt auf die Bonität der Bank an, darauf, dass die auf das haftende Eigenkapital anrechenbaren Schulden bedient werden können.“

Gegenüber anderen Branchen biete sich bei Banken der Vorteil, dass diese hoch reguliert seien, was die Risiken verringere. Die Basel-III-Regeln brächten eine Sichtbarkeit der Profitabilität wie nie zuvor. Die Zeiten, in denen Banken gutes und schlechtes Geschäft hätten über Kreuz kompensieren können, seien vorbei. Dass Nachranganleihen ausgerechnet von staatlich kontrollierten Banken in Europa Einstiegsrenditen von teilweise 9,5 Prozent aufwiesen, erklärt Franck aus der Historie. „Die Skepsis ist noch da, und man befürchtet, dass sich eine realwirtschaftliche Rezession auf die Finanzwirtschaft niederschlagen könnte. Zudem haben Bankanleihen nicht von den Kaufprogrammen der Notenbanken profitiert, weil diese mit Blick auf die Interessenkollision mit der Aufgabe als Bankenaufsicht keine Bankanleihen gekauft haben.“ Bei Hochzinsanleihen sei dagegen Vorsicht geboten. Hier sei viel Vertrauen nötig, eine Rezession könne zudem den Emittenten schaden.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Hock, Martin
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft.
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